Dass ich – im Grunde – ganz gerne im Winter und auf Schnee laufe, habe ich ja bereits verschiedentlich kundgetan. Nun lebe ich aber in einer Gegend Deutschlands, in der es reichlich Schnee gibt. Und irgendwann ist es dann ja auch mal gut…
Nicht nur in dieser Woche musste ich mich über Schnee und Schneematsch quälen. Das war unglaublich kraftraubend, weil bei fast jedem Schritt der Fuß ein wenig wegrutscht. Und über eine Stunde Dauerlauf summieren sich diese Rutscher eben auf. Als ich dann heute beim morgendlichen Blick aus dem Fenster wieder in eine weiße Pracht schauen dürfte, sank meine Laufmotivation auf Null. Und was tut der Läufer, wenn seine Motivation im Keller ist? Richtig, er kauft sich neue Laufschuhe…
Vielleicht waren ja gar nicht Wetter und Untergrund Ursache für meine Kraftverschwendung, sondern schlechtes Material. Von sogenannten Trailschuhen hatte ich bisher nur gehört, die aber eher in die Angeber-Ecke eingeordnet. Ein guter Laufschuh muss für jedes Wetter taugen, dachte ich mir. Ich jedenfalls war mit meinen Schuhen bisher bei Wind und Wetter und in jedem Gelände zurecht gekommen. Aber getreu dem Motto “Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung” besuchte ich ein wenig skeptisch den Laufschuhexperten meines Vetrauens, um mir Winterbereifung zuzulegen.
Ein passender Schuh mit ausreichend griffig erscheinender Sohle war schnell gefunden. Und überraschenderweise war der gar nicht einmal teuerer als ein Mittelklassemodell des gleichen Herstellers. Also schnell noch den üblichen Kleinkram mit eingekauft (Laufsocken) und zurück nach hause, um die neuen Schuhe auszuprobieren. Glücklicherweise hatte es noch ein wenig geschneit, und wo es den Tag über getaut hatte, bildete sich etwas Eis – ideale Bedingungen, um das neue Paar gleich einem Härtetest zu unterziehen. 12 Kilometer später bin ich begeistert – die Schuhe sind zwar deutlich schwerer als Straßenlaufschuhe, aber gerutscht bin ich höchsten zwei, drei mal, konnte also bei diesen Bedingungen sehr viel effizienter Laufen als mit “normalen” Straßen-Laufschuhen. Vom kraftsparenderen Laufen einmal abgesehen habe ich mich in den neuen Schuhen bei diesen Bedingungen auch sehr viel sicherer gefühlt – die Angst vor einem Sturz lief jedenfalls nicht mit. Auch ein nicht zu vernachlässigender Vorteil! Und dann sind meine Füße auch noch wärmer und trockener geblieben, als ich es bisher gewohnt war.

Die neuen Trailschuhe nach dem Jungfernlauf...
Also wieder etwas dazugelernt: Trailschuhe sind keine perfide Erfindung der Laufschuhindustrie, um uns armen Läufern noch tiefer in die Tasche greifen zu können. Will man bei widrigen Bedingungen nicht unnötig Kraft vergeuden, kann die Anschaffung eines Paars durchaus sinnvoll sein.
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