An irgendeinem Punkt in meinem Leben musste ich mir eingestehen, dass ich es in sämtlichen etablierten Sportarten nicht mehr zum Weltmeister oder Olympiasieger schaffen werde. Eine Zeit lang beschäftigte ich mich dann mit dem Gedanken, eine neue Sportart zu erfinden, um mich darin zumindest ein paar Jahre lang selbst zum Meister küren zu können. Zu Ende gesponnen habe ich aber keine dieser Ideen. Andere Menschen scheinen da sehr viel konsequenter zu sein. Wie zum Beispiel der Österreicher Otto Eder. Ihm haben wir die “innovative Sportart” Skiken zu verdanken. Wie bereits der Freecross eine Innovation, die die Welt nicht braucht und die sich hoffentlich nicht durchsetzen wird!
Beim Skiken bewegt man sich im Wesentlichen auf so etwas wie geländegängigen Inline-Skates mit Nordic-Walking-Stöcken vorwärts. Das hat wirklich gerade noch gefehlt: Offroad Skates. Künftig werden wir unsere Laufwege also nicht nur mit Mountainbikern, sondern auch mit Geländeskatern teilen müssen. Inline Skater brauchen ja in der Standardausführung schon wahnsinnig viel Platz – mit den Stöcken können sie dann ohne Probleme mehrspurige Straßen blockieren. Allein. Über Bewegungslegastheniker wie Nordic Walker, die mit den Stöcken rudernd auf Rollen Abhänge herabschießen, mag ich gar nicht nachdenken. Glücklicherweise erhöhen die Stöcke das Verletzungsrisiko bei einem Sturz erheblich – die Skiker-Gemeinde dürfte sich also recht effektiv und schnell selbst dezimieren.
Wie unausgegoren die ganze Sache ist, zeigt uns schon die Wortschöpfung. “Der Name skike”, lesen wir auf der Homepage, “setzt sich zusammen aus dem Wort ‘skate’ und dem Wort ‘bike’.” Womit zumindest schon einmal die Aussprache geklärt wäre, skeiken sollten wir also sagen, nicht skieken. Den Skate-Teil erkennt man nun auch unmittelbar, aber was diese Fortbewegungsart mit dem Fahrradfahren zu tun haben soll, will sich mir so gar nicht erschließen. Was wir sehen, ist eine Mischung aus Inline Skating und Nordic Walking. Wie wäre es dann mit “Inline Walking” oder “Nordic Skating”. Schön fände ich auch so etwas wie “Indic Walting”. So ganz scheint die völlig zu recht sehr kleine Skiker-Gemeinde sich bezüglich der Begrifflichkeit auch nicht einig zu sein. Dieser junge Mann behauptet zum Beispiel, der Name setze sich aus “Ski” und “Bike” zusammen. Auch gut – dann hat wenigstens keiner der Begriffe mehr etwas mit dem Endprodukt zu tun.
Jedenfalls backen Skiker nicht gerne kleine Brötchen: “Ein schnell wachsender Markt braucht Partner. skike bietet engagierten Menschen viele Möglichkeiten mit einem Sport der Spaß macht auch noch Geld zu verdienen.” Aha, daher weht der Wind! Was wir in den Kommentaren zum Artikel über die FitFlops angeregt haben, haben die Skiker schon umgesetzt: “Die skike Akademie ist noch ganz am Anfang und bietet daher bislang nur die wesentlichen Ausbildungen an. Diese sind notwendig um das Geschäft zu beginnen und natürlich um qualifizierte Kurse anzubieten.”
Falls noch jemand das Bedürfnis hat, eine Trendsportart zu kreieren: Wie wäre es mit einem vollgefederten Mountain-Einrad, auf dem man sitzt und sich mit Nordic-Walking-Stöcken abstößt. Man müsste nur einen hipperen Namen als Nordic Mountain Unicycling finden…
Schlagworte: Meinung, Nordic Walking, skike, Sport




Die Idee ist neu? Mir kommt das irgendwie bekannt vor und sieht einfach wie Ski-Langlauf ohne Schnee aus. Für Ski-Langläufer / Biathleten kann das ja sicher sinnvoll sein. Für den Otto-Normal-Faulenzer sicher nicht. Wobei wir ja eigentlich glücklich sein sollten, dass die überhaupt irgendeinen Sport machen. Aber so recht freuen kann mich das trotzdem nicht.
Nordic Mountain Unicycling finde ich aber schon klasse. Hört sich besser an als Stockenteneinradeln (kam mir gerade so in den Sinn).
Stockenteneinradeln finde ich aber auch gut – hat irgendwie so einen gewissen S/M-Touch.
Heute beim Laufen ist mir noch eine Idee für eine Sportart gekommen: Nordic Inline Rowing: Acht Nordic Walker sitzen in einem Boot auf Rollen und stoßen sich mit ihren Stöckchen ab.
Walking auf Räder ist so logsich wie Labern im Internet – Hauptsache ein floter Spruch (doch eine platte Floskel ohne jeden Lacheffekt).
Was die Seitenhiebe des Schreiberlings auf das Geschäftgebahren der Firma betrifft, mag zwar möglicherweise Wahres enthalten sein, dies ist aber bestenfalls ein Zufallstreffer zu werten. Denn beschäftigt hat er sich mit dem Thema nicht, wie man an den mehrfach schlicht kopierten Originazitaten sehen kann. Wer ich die Mühe macht – und es macht keine wirkliche Mühe – sich zu informieren, stellt schnell fest, dass diese Sport sowohl mit ebenso viel Spaß wie Seriosität betrieben wird. Da braucht der mündige Leser keine Aufklärung in diesem schülerzeitschriftmäßigen Stil.
Wir sehen uns in 10 Jahren – auf Skikes oder Cross-Skates – auf jeden Falls fit und gesund immer noch in dieser Sportart (was mich betrifft – der Schreiberling mag sich weiterhin seinen Schreibsport widmen).
Ach so, nochwas: Seit ich diesen Sport betreibe – Körperfett von 10 auf 8 % gesunken, plus 4 kg Muskeln und LAUFTEMPO plus 5 %! Bauchmuskel gibt es jetzt und keine Rückebeschwenrden mehr. Was wollt ihr Läufer mehr (ich bin/war selbst einer)? Knochen kaputt laufen dabei wie Ghandi aussehen und motorisch soimonton wie möglich trainierern??? Ich will nicht merh und bin trotzdem in Laufen besser geworden (schneller und absolut verletzungsfrei).
Humor ist, wenn man trotzdem lacht, Herr Röder.
Getroffene Hunde bellen, einen anderen Reim kann ich mir auf die Beiträge in Ihrem Forum nicht machen. Gelassenheit scheint jedenfalls nicht die Stärke der Skike-Gemeinde zu sein. Ich empfehle, einmal durchzuatmen und den Artikel dann noch einmal gründlich zu lesen. Ist das, was Sie als “zynischen Neid” bezeichnen, nicht vielleicht doch Humor in Form von Ironie? Kreative und intelligente Menschen, die Skiker laut Ihrer Aussage ja sind, erkennen den Unterschied sicher spätestens beim zweiten Lesen.
Im Übrigen ist Zitieren nicht gleich Abschreiben. Sie scheinen doch Akademiker zu sein, der Unterschied zwischen Zitat und Plagiat sollte Ihnen also geläufig sein.
So weit mir bekannt ist, ist in diesem Land Meinungsfreiheit ein Grundrecht. Ich darf also eine Meinung zu Ihrem Sport haben und diese auch öffentlich äußern. Beleidigung dagegen ist eine Straftat.
Richtig, Herr ewiger Anfänger, ich habe mich auch köstlich amüsiert – über Ihren Artikel. Das mit Ironie und Zynismus ist nicht so ganz einfach, nicht wahr?
Hannes, täusch Dich mal nicht – die Cross-Skater, die ich so kenne im realen Leben sind ganz normale Leute, die an diesem Sport einfach Spass haben. Die gern was für ihren Körper tun, ohne sich z.B. die Knie kaputt zu machen. Die bei der Fitness gern im Freien sind.
Was, Herr ewiger Anfänger, ist daran verkehrt?
Wer verbreitet denn diesen unsäglichen Mythos, dass Laufen die Knie kaputt macht? Lasst mich raten: Der zertifizierte Skike-Trainer um die Ecke, der zufällig auch einen Skike-Shop betreibt und Euch gerne ein Paar Rollschuhe zu Mondpreisen verkaufen möchte?
Einfach mal drüber nachdenken: Wieso sollte die Fortbewegungsart, für den die Natur den menschlichen Körper konstruiert hat, die Knie kaputt machen?
Verkehrt, liebe(r) Gwisswahr, ist an Sport grundsätzlich einmal gar nichts. Wenn aber, wie im Fall Skike, das kommerzielle Konzept steht bevor es mehr als eine Hand voll Aktiver gibt, dann ist das doch zumindest mal merkwürdig. Und außerdem habe ich Angst vor übergewichtigen Bewegungslegasthenikern, die jeder Werbebotschaft glauben, und auf Rollen mit spitzen Stöcken die Gegend unsicher machen.
Moin!
Sicher scheint es auf den ersten Blick so als ob Skiken etc. eine Erfindung der Sportindustrie ist. Ungenommen!
Sicher ist auch, die Teile kosten relativ viel Geld.
Ich kann nun auf zwei Wege blicken , einmal den Weg eines Läufers und auch den Weg eines “rollenden Nordic Walkers”. Das durchaus ambitioniert beim Laufen auf 42,195km auch unter 02:30, beim Skiken die gleiche Strecke unter 02:00.
Jetzt rate mal in welcher Sportart ich meinen Körper fast kaputtgemacht hätte?! Nee , es waren nicht die Knie. Nur die Ferse…
Aber egal , ich lasse dich gerne in deinem netten Vorurteil vom übergewichtigen Bewegungslegastheniker, wenn es hilft bitte.
Fest steht die Skikes sind teuer ,manchmal umständlich im Gegensatz zum Laufschuh. Aber um sich richtig ganzkörpermäßig die Kante zu geben sind sie einfach nur gut!
Ach so wenn ich einem Läufer begegne mache ich Platz, nennt sich Doppelstockschub..:-).
Viel Spaß weiterhin!
Gruß
Holger, EX-Läufer
PS. Du solltest vielleicht nicht die Taktik der FA. Skike Deutschland mit Franks Laden verwechseln. Sicher verkaufen wollen beide, ist auch in Ordnung. Bei Frank steht aber definitiv ein anderer, ein sportlicher Ansatz dahinter , kein Lifestyle.
Holger – Wenn wir über einen Marathon unter 2:30 sprechen (dafür meinen Respekt), reden wir dann nicht über Leistungssport? Und ist der nicht immer ungesund, egal über welche Sportart wir reden?
Ich weiß nicht, wer Frank ist, ich habe keine Ahnung, was er in seinem Laden macht, und ich kann mich nicht entsinnen, ihn jemals mit irgendwem verwechselt zu haben.
Was ich aber feststelle, ist dass Skiker ein starkes Bedürfnis haben, ihren Sport zu rechtfertigen. Was soll ich den daraus schließen? Ich habe mich hier auch schon despektierlich über Inline Skater, Mountain Biker oder Walker geäußert – die juckt das aber nicht…
Der Richtigkeit halber ein paar Korrekturen:
Skikes fährt man mit Langlaufstöcken – Nordic-Walking-Stöcke sind einfach zu kurz.
Verschiedene Offroad-Skates gab es schon vor den Skikes.
Inliner und Skiker sind in der Lage, den Platzbedarf zu reduzieren, wenn sie den vorhandenen Raum mit anderen Bewegungsfreudigen teilen müssen. Im allgemeinen braucht man bei Skaten etwa 1,5m, die man ohne Schwierigkeiten auf “Joggerbreite” herunterfahren kann.
Die Laufwege wurden bisher nicht nur mit Moutainbikern geteilt, sondern auch mit Spaziergängern, deren Hunden, einer Horde Kinder, die vielleicht gerade dort unterwegs ist – kurzum mit allem, was Beine hat und sie auch benutzt.
Abhänge herunter stürzen die Wenigsten, da das doch schon etwas für Fortgeschrittene mit Hang zum Adrenalinkick ist. Der Großteil dürfte sich mit Vorsicht und Vernunft nach unten begeben.
Bewegungslegastheniker gibt es glücklicherweise nicht allzu viele, und die teilen sich sowieso auf alle Sportarten auf.
Kurz zu meiner Person: Ich bin weder Trainer, noch arbeite ich in der Firma Skike. Ich bin niemand, der mit einem Trainingsplan oder einer Pulsuhr fährt, sondern einfach nur den Spaß sucht. Das Joggen mußte ich aufgeben wegen meiner Knieprobleme. Ich habe einen Sport gefunden, der mich nach der Arbeit auspowert, der super viel Spaß macht und bei dem ich merke, daß kontinuierlich die Fitness steigt, ohne daß ich ständig irgendwo Schmerzen habe.
Das alleine reicht mir, um mit meinen Skikes zufrieden zu sein.
Um auch die anderen Sportler um mich herum zufrieden zu machen, ist es für mich selbstverständlich, bei Gegenverkehr langsamer zu fahren, die Stöcke einzuziehen und das Skaten zu vermeiden. Damit habe ich bisher nur lächelnde Gesichter und öfter mal ein Danke geerntet. Ich fahre eben Skikes genauso wie ich rad- und autofahre: mit Vernunft und Toleranz.
Die Richtigstellung der obigen Punkte habe ich nur in Angriff genommen, weil ich das Gefühl hatte, daß solche Fehler – ob aus Unwissenheit oder Absicht sei dahingestellt – bei den Bloglesern falsche Vorstellungen wecken. Jeder sollte sich ein eigenes Bild machen können, aber unter den richtigen Voraussetzungen. Die Meinung des Autors muß ich nicht kommentieren, da es auch für mich kein Problem mit der Meinungsfreiheit gibt. Jeder wie er will!
Sorry, daß das jetzt eine längere Geschichte wurde…
Balmain – Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Wie ich hier geschrieben habe, verfolge ich das Thema jetzt nicht weiter.