Archiv für die Kategorie „Berichte“

Winterwetterwundertüte

Montag, 1. Februar 2010

Gegenwind auf dem Rückweg - muss man nicht unbedingt haben

Ganz ehrlich: Dieser Winter zermürbt mich deutlich weniger als der letzte. Laufen ist ganz unbestritten kein Wintersport, und im letzten Jahr hatte ich um diese Zeit die Schnauze schon gestrichen voll von Eis, Matsch und Schnee. In diesem Jahr geht mir die kalte Jahreszeit noch nicht ganz so stark auf die Nerven – aber bis zum Frühling ist es ja auch noch eine Weile hin. Gestern jedenfalls hatte ich so richtig Lust auf einen langen Lauf – es war knackig kalt, der Himmel stahlblau, eine feine Pulverschneedecke lag wie Puderzucker über der Landschaft und die strahlende Sonne ließ das alles noch einmal so schön aussehen. Auf meiner kleinen Aufwärm- und Erkundungsrunde durch das Städtchen waren die Wege frei oder zumindest sehr gut zu belaufen, und alles deutete auf perfekte 20 Kilometer hin. (weiterlesen…)

Die Nähmaschine

Sonntag, 20. Dezember 2009
Der Mann der schneller müde wird als sein Schatten

Der Mann der schneller müde wird als sein Schatten

Angesichts der aktuellen Tageshöchsttemperaturen im zweistelligen negativen Bereich bietet uns die Lauf-Blogosphäre einen Anblick des Heulens und Zähneklapperns. Übrigens im wesentlichen die gleiche Lauf-Blogosphäre, die sich über den zu heißen Sommer echauffiert hat. Aber sei’s drum. Während also die Pseudoathleten, die im Sommer schon so ungerne Schweiß vergießen, derzeit allerlei gefährliches Halbwissen über die Gefahren des Laufens bei Kälte verbreiten und ihre Faulheit mit halbseidenen populärwissenschaftlichen Studien zu rechtfertigen versuchen, habe ich beim Laufen im Winter – das für mich persönlich eine sehr viel größere Überwindung erfordert als im Sommer – endlich einen Vorteil erkennen können: Die zusätzlichen Bekleidungsschichten bieten ohne weiteres Zutun mehr Stauraum in Form von allerlei Taschen, so dass ich ohne zusätzlichen Aufwand zum Beispiel auch mal eine Digitalkamera mitnehmen kann. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (3)

Donnerstag, 5. November 2009
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Im Olympiastadion

Olympia-SchwimmhalleIrgendetwas stimmt hier nicht. Der Vier-Stunden-Zielzeitläufer ist weit vor mir, aber meine Uhr zeigt bei 40 Kilometern nicht mal 3:45 Stunden. Toller Zugläufer, der seine Meute unter der Vorgabe ins Ziel hetzt. Ich bin schon längst wieder auf dem Olympiagelände von 1972 unterwegs, bezeichnenderweise auf dem Spiridon-Louis-Ring – benannt nach dem Sieger des ersten olympischen Marathonlaufs. Ich lege einen relativ schnellen, wenngleich harten 41. Kilometer hin. Durch ein Megafon verkündet jemand mit monotoner, langsamer, getragener Stimme: “Nur noch 1100 Meter. Nur noch bergab.” Immer und immer wieder sagt er es, und tatsächlich, die Suggestion bewirkt, dass ich wirklich glaube, bergab zu laufen. Rechts von mir türmt sich das Olympiastadion auf. Von irgendwoher dröhnt laute Diskomusik. Die Strecke knickt nach rechts ab. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (2)

Donnerstag, 5. November 2009
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Nach hause – telefonieren

München Marathon 2009Zwischen Kilometer 18 und 19 liegt der vermeintlich kritischste Teil der Strecke – von hier aus kann ich mein Büro fast sehen, bis nach hause wären es nur wenige Minuten Fußweg. Während ich aber so durch Oberföhring trabe, verschwende ich daran keinen Gedanken. Die leichte Steigung auf dem Rückweg durch Bogenhausen ist mit dem Auge kaum wahrnehmbar, dafür aber in den Beinen um so deutlicher zu spüren. Zudem ist die Strecke hier unheimlich eintönig, an der breiten Straße verlieren sich die wenigen Zuschauer. Dafür motiviert die Halbmarathonmarke ungemein, ein Blick auf die Uhr noch mehr: Ich liege mehr als 90 Sekunden unter meiner Vorgabe. Nur noch ein Halber, und es ist vollbracht. So langsam beginnt mich aber die Streckenführung zu nerven: München hat nun wahrlich schönere Ecken zu bieten als die A94, den Straßenbahn-Betriebshof, die S-Bahn-Stammstrecke und Gewerbegebiete. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (1)

Donnerstag, 5. November 2009
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Der München Marathon 2009

München Marathon 2009 StartIm Herbst des Jahres 2005 machte ich einen Studenten glücklich, als ich ihm meine Startnummer für den Frankfurt Marathon überließ. Aufgrund einer Verletzung musste ich damals die Vorbereitung abbrechen. Fast genau drei Jahre später verhinderte wieder eine Verletzung meinen Start beim Köln Marathon 2008, die Startnummer wurde nie abgeholt. Dazwischen, in den Jahren 2006 und 2007, verschwendete ich keinen einzigen Gedanken an einen Marathonstart, weil ich entweder verletzt oder völlig außer Form oder beides war. Als ich dann vor knapp vier Wochen, am Freitag vor dem München Marathon, meine Startunterlagen im Olympiapark abholte, war ich also schon weiter gekommen als jemals zuvor. Allein diese Tatsache zauberte vermutlich schon ein Lächeln in meine vom harten Training verzerrte Fratze. (weiterlesen…)

Und es war Sommer

Donnerstag, 3. September 2009

"Augustus Bevilacqua"-Büste, Münchner GlyptothekDer im Freistaat Bayern lebende Mensch – der deshalb nicht unbedingt ein Bayer sein muss – betrachtet den Sommermonat August mit gemischten Gefühlen. Einmal davon abgesehen, dass er oft genug den typisch-bayrischen weiß-blauen Himmel zeigt und angenehm warme Temperaturen mitbringt, beschert er den meisten Gemeinden mit Mariä Himmelfahrt am 15. des Monats einen im übrigen Deutschland praktisch unbekannten Feiertag – und den Augsburgern mit ihrem Friedensfest am 8. sogar noch einen weiteren, sehr exklusiven. Für schulpflichtige Kinder und deren Eltern bedeutet der August vor allem eins: Endlich Ferien! Denn Bayern beendet das Schuljahr traditionell als letztes Bundesland. Dass die ein bis zwei Bonus-Feiertage ausgerechnet im Hauptferienmonat liegen müssen, bietet natürlich auch einen Grund ordentlich zu grantln. Die Ferien spülen zudem selbstverständlich jede Menge Touristen in den Freistaat und vor allem in seine Landeshauptstadt. Und auch über die Saupreissn, die japanischen, oder die Mistpreissn, die italienischen, oder generell die Preissn aus aller Welt, die damischen, lässt sich freilich trefflich schimpfen. Zu allem Überfluss trägt der August auch noch den Namen eines römischen Kaisers, eines fiesen Eroberers und Besatzers, eines Mistpreissn, eines römischen eben. Und um die Sammlung nutzlosen Wissens zu komplettieren: In Nicht-Schaltjahren beginnt kein anderer Monat mit dem gleichen Wochentag wie der August. Erschütternd, nicht wahr? (weiterlesen…)

Ich will alles. Und ich will es jetzt.

Sonntag, 30. August 2009

I’m a man with a one track mind
so much to do in one life time
not a man for compromise
and wheres and whys and living lies
(Queen)

Im Großen und Ganzen bin ich recht froh darüber, mir zumindest ein kleines Stück meines kindlichen Gemüts bewahrt zu haben. Und ich habe vor, dieses Kind im Mann weiterhin zu hegen und zu pflegen – auch wenn das Rotzblag mitunter ganz schön anstrengend sein kann. “Ich will aber!” – das ist sein Lieblingssatz. “Paradoxon” dagegen kommt in seinem Wortschatz überhaupt nicht vor. Widersprüche aufzulösen überlässt es nur zu gerne meinem erwachsenen Ich. Und das stand gestern vor einer klassischen Wettkampf-oder-Training-Kontradiktion (WoT-K), einem Dilemma, das dem einen oder anderen Leser bekannt vorkommen könnte. (weiterlesen…)

Lampropeltis triangulum munichensis

Sonntag, 28. Juni 2009

DreiecksnatterAlles so schön orange hier

Leider wird es keine Luftaufnahmen vom 31. Münchner Stadtlauf geben. Aus großer Höhe betrachtet muss die Veranstaltung aber verblüffende Ähnlichkeit mit einer Dreiecksnatter (Lampropeltis triangulum) gehabt haben: Eine Schlange aus rund 13.000 Menschen in orangefarbenen Laufshirts mit ein paar schwarzen und weißen Tupfen wälzt sich durch die grüne Lunge Münchens, den Englischen Garten. Wir Läufer sind schon ein merkwürdiges Völkchen: Viele von uns sind ausgeprägte Individualisten, aber für einen halbwegs attraktiven Wettkampf lassen sich Tausende in eine Uniform zwängen, deren Farbgebung zumindest einmal unter den Begriff “gewöhnungsbedürftig” fällt. Vermutlich haben heute die Rot- und Grünrezeptoren auf meinen Netzhäuten nicht unerhebliche Abnutzungsschäden erlitten – ich werde mich jedenfalls sicherheitshalber für eine Weile von orangefarbenen Dingen fernhalten. (weiterlesen…)

Parkspaziergang bei Kaiserwetter

Samstag, 23. Mai 2009

Münchner-Kindl-Lauf StartZur Zeit ist alles ganz einfach. Ich ziehe mir die Schuhe an und laufe – ganz selbstverständlich, ohne darüber nachzudenken. Motivationsprobleme sind aktuell kein Thema. Der Innere Schweinehund hat Sommerpause. Fast fühlt es sich so an, als ob nicht ich laufe, sondern als ob es mich läuft. Was immer “es” auch sein mag. Will ich eigentlich noch laufen? Oder muss ich es mittlerweile schon? Wenn das Wetter so herrlich ist wie heute, dann muss ich… (weiterlesen…)

Beweg Dich, damit Du was bewegst!

Mittwoch, 20. Mai 2009

Charity Staffel T-Shirt mit UnterschriftenNette Menschen, engagierte Organisation, tolle Strecke und herrliches Wetter – so kann ich die beiden ersten Etappen der e-fellows.net Charity Staffel zusammenfassen. Aber vielleicht fange ich doch lieber von vorne an: Da ich in der Nähe von München lebe, wurde ich zu einer kleinen “Eröffnungsfeier” ins e-fellows.net Büro in der Innenstadt eingeladen. Neben Kaffee, Kaltgetränken und Brezn wurde dort auch Sekt gereicht. Und ich muss sagen: So ein kleiner Schluck Kasperbrause am frühen Morgen bringt den Kreislauf ordentlich in Schwung. Aber wirklich nur ein “wünziger Schlock”! Nach zwei, drei kurzen Ansprachen ging es auch schon runter auf die Straße. Da standen wir nun in unseren “Beweg Dich, damit Du was bewegst!”-T-Shirts und warteten auf den Startschuss. Oder besser: Die Startklappe. Und pünktlich um 9:00 Uhr wurden wir auf die erste Etappe geschickt, elf Läuferinnen und Läufer, darunter e-fellows.net Mitarbeiter, Stipendiaten, Ex-Stipendiaten und ich. Bilder vom Start sind zum Beispiel hier zu finden. (weiterlesen…)


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