Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (1)

Donnerstag, 5. November 2009
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Der München Marathon 2009

München Marathon 2009 StartIm Herbst des Jahres 2005 machte ich einen Studenten glücklich, als ich ihm meine Startnummer für den Frankfurt Marathon überließ. Aufgrund einer Verletzung musste ich damals die Vorbereitung abbrechen. Fast genau drei Jahre später verhinderte wieder eine Verletzung meinen Start beim Köln Marathon 2008, die Startnummer wurde nie abgeholt. Dazwischen, in den Jahren 2006 und 2007, verschwendete ich keinen einzigen Gedanken an einen Marathonstart, weil ich entweder verletzt oder völlig außer Form oder beides war. Als ich dann vor knapp vier Wochen, am Freitag vor dem München Marathon, meine Startunterlagen im Olympiapark abholte, war ich also schon weiter gekommen als jemals zuvor. Allein diese Tatsache zauberte vermutlich schon ein Lächeln in meine vom harten Training verzerrte Fratze. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (2)

Donnerstag, 5. November 2009
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Nach hause – telefonieren

München Marathon 2009Zwischen Kilometer 18 und 19 liegt der vermeintlich kritischste Teil der Strecke – von hier aus kann ich mein Büro fast sehen, bis nach hause wären es nur wenige Minuten Fußweg. Während ich aber so durch Oberföhring trabe, verschwende ich daran keinen Gedanken. Die leichte Steigung auf dem Rückweg durch Bogenhausen ist mit dem Auge kaum wahrnehmbar, dafür aber in den Beinen um so deutlicher zu spüren. Zudem ist die Strecke hier unheimlich eintönig, an der breiten Straße verlieren sich die wenigen Zuschauer. Dafür motiviert die Halbmarathonmarke ungemein, ein Blick auf die Uhr noch mehr: Ich liege mehr als 90 Sekunden unter meiner Vorgabe. Nur noch ein Halber, und es ist vollbracht. So langsam beginnt mich aber die Streckenführung zu nerven: München hat nun wahrlich schönere Ecken zu bieten als die A94, den Straßenbahn-Betriebshof, die S-Bahn-Stammstrecke und Gewerbegebiete. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (3)

Donnerstag, 5. November 2009
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Im Olympiastadion

Olympia-SchwimmhalleIrgendetwas stimmt hier nicht. Der Vier-Stunden-Zielzeitläufer ist weit vor mir, aber meine Uhr zeigt bei 40 Kilometern nicht mal 3:45 Stunden. Toller Zugläufer, der seine Meute unter der Vorgabe ins Ziel hetzt. Ich bin schon längst wieder auf dem Olympiagelände von 1972 unterwegs, bezeichnenderweise auf dem Spiridon-Louis-Ring – benannt nach dem Sieger des ersten olympischen Marathonlaufs. Ich lege einen relativ schnellen, wenngleich harten 41. Kilometer hin. Durch ein Megafon verkündet jemand mit monotoner, langsamer, getragener Stimme: “Nur noch 1100 Meter. Nur noch bergab.” Immer und immer wieder sagt er es, und tatsächlich, die Suggestion bewirkt, dass ich wirklich glaube, bergab zu laufen. Rechts von mir türmt sich das Olympiastadion auf. Von irgendwoher dröhnt laute Diskomusik. Die Strecke knickt nach rechts ab. (weiterlesen…)


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