Artikel-Schlagworte: „Ärgernisse“

Läufers Ärgernisse (5): Generation iPod

Sonntag, 28. Juni 2009
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noPodEine Männerfantasie: Beim Großen Preis von Deutschland, dem Formel 1 Rennen auf dem Nürburgring in zwei Wochen, steht Sebastian Vettel, unser Strahlemann aus Heppenheim, dessen identitätsstiftende Wirkung beinahe schon an die von Micheal Schumacher heranreicht, auf der Pole Position, dem begehrten besten Startplatz. Neben ihm lässt Jenson Button den Motor aufheulen, hinter ihm lauert Rubens Barrichello auf seine Chance. Die drei Führenden in der Gesamtwertung auf den ersten drei Startplätzen – eine perfekte Dramaturgie. Die grünen Ampeln leuchten auf und erlöschen wieder, der Start ist freigegeben. Vettel, Button und Barrichello kommen gut weg und reihen sich hintereinander ein. Kurz vor der ersten Kurve bremst Vettel völlig unvermittelt auf Tempo 30 herunter. Button fährt ihm ins Heck, das Aus für beide. Und das nur, weil Sebastian Vettel einen neuen Sender an seinem Autoradio einstellen wollte. (weiterlesen…)

Läufers Ärgernisse (4): Wegelagerer mit Digitalkamera

Montag, 11. Mai 2009
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Mainz Marathon 2009 StreckeEs soll ja Läufer geben, die ein ganz klein wenig eitel sind. Nicht nur im Training, wo die Belastung nicht so hoch ist, als dass man nicht Form über Funktion oder schön über schnell setzen könnte. Auch und gerade im Wettkampf: Da wird kurz vor der Ziellinie noch einmal das Haar gerichtet oder zumindest die Mütze zurecht gerückt, der Schweiß samt unschön anzuschauender Salzkruste aus dem Gesicht gewischt, das Shirt zurecht gezupft, die Startnummer glatt gestrichen und schließlich das für diesen Zeitpunkt beste noch verfügbare Lächeln aufgesetzt, um dann mit lehrbuchmäßigem Kniehub die Matte zu überqueren. Ich bin mir sicher, dass einige Damen und möglicherweise auch Herren in ihren Gepäckgürteln Marke Schulausflug einen Malkasten mitführen, um vor der Linie noch einmal Rouge und Tusche nachzulegen. Man möchte ja auf den Zielfotos nett anzuschauen sein. Und da ist auch überhaupt nichts gegen einzuwenden. (weiterlesen…)

Die nervigsten Zuschauer

Mittwoch, 29. April 2009

Zu den vielen guten Gründen, an einem Wettkampf teilzunehmen, gehören sicher auch die Zuschauer. Den meisten von ihnen gelingt es, uns zu motivieren und zu beflügeln, und wir freuen uns darüber und sind ihnen dankbar. Aber ehrlich gesagt – auf ein paar Charaktere am Streckenrand könnten wir ganz gut verzichten. Hier also die Liste der zehn nervigsten Zuschauertypen:

Der stille Verachter

Rentner, der sonst auf ein Kissen gestützt vom Fenster aus seine Straße überwacht, Falschparker anzeigt und die Nachbarskinder beschimpft. Steht heute ausnahmsweise vor der Haustür, weil die Marathonstrecke durch seine Straße verläuft, obwohl ihn niemand um Erlaubnis gebeten hat. Sagt nichts, bewegt sich nicht, schleudert aber jedem einzelnen der 50.000 Läufer Blicke der Verachtung entgegen, weil er wegen dieser Irren heute nicht in seiner Straße parken kann. Versteht sich sehr gut mit dem Blockwart (siehe unten).

Die Tennismami

Mischung aus Ursula von der Leyen und Désirée Nick, allerdings schon Mitte 60. Will aber keinesfalls für älter als Ende 30 gehalten werden. Zu stark gebräunt, zu stark geschminkt, zu auffällig frisiert. Steht schon Stunden vor dem Start im Zielbereich und erzählt jedem, der es nicht hören will, dass ihr Sohnemann auch mitläuft und den Marathon heute unter zwei Stunden laufen wird. Lässt Einwände nicht gelten – dann läuft Sohnemann eben Weltrekord. Hat den Spross, der inzwischen älter ist als sie aussehen will, mit drei Jahren in den Klavierunterricht und mit sechs ins Tennisinternat geschickt, beides ohne Erfolg. (weiterlesen…)

Läufers Ärgernisse (3): Statler & Waldorf & Konsorten

Mittwoch, 25. Februar 2009
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Irgendwann im letzten Sommer, vielleicht war es auch schon im vorletzten: Die Marathonvorbereitung lässt keine Trainingspause zu. Die Außentemperatur dagegen lässt fast kein Training zu. Aber eben nur fast. Eines schönen Samstags trabt der Läufer kurz vor der Denaturierung der Körperproteine eher schlecht als recht seines Wegs und tut keiner Fliege etwas zu Leide. Links und rechts säumen Ein- und Zweifamilienhäuser den Weg. Für die Tageszeit ist es ungewöhnlich still. Der Ort scheint unter der Sonne zu dösen. Auf einem eher unprofessionell anmutenden Gerüst vor einem der Zweifamilienhäuser hockt er. Fetter als Jabba the Hutt in seinen besten Zeiten. Käseweiße, speckige Beine baumeln mehr oder minder lässig herab. Das ehemals weiße Feinrippunterhemd kann die gewaltige Plautze schon lange nicht mehr bändigen und hat sich kurz unterhalb der stattlichen Hängebrüste zusammengerollt. Die so freigelegte, ebenfalls käseweiße Wampe reflektiert grell das Sonnenlicht. Dafür leuchtet sein Kopf knallrot, was auch mit der Flasche Bier zusammenhängen könnte, die er in den Wurstfingern hält. Vermutlich ist der adipöse Mensch der Hausbesitzer, und Mutti hat ihn auf’s Gerüst geschickt, damit er endlich mal die Dachrinne reinigt oder sonst irgendetwas tut, was Hausbesitzer am Samstag eben so tun. Es hätte eine gute Chance bestanden, dass dieser insgesamt eher unappetitliche Anblick dem Läufer erspart geblieben wäre, wenn das Vorstadtwalross einem lateinischen Sprichwort gefolgt wäre: Si tacuisses, philosophus mansisses – Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben. Aber – eine akute Hirnverfettung liegt als Ursache nahe – der weiße Wal entblödet sich nicht, dem Läufer entgegen zu johlen: “Schneller! Schneller!” Was unterscheidet diesen Fettsack von Reiner Calmund? Doppelt so dick, halb so lustig. (weiterlesen…)

Läufers Ärgernisse (2): Tutnixe und Willnurs

Freitag, 20. Februar 2009
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Neufundländer

So etwas nenne ich einen Hund!

Ich mag Hunde! Zwar nicht ganz ohne Einschränkungen – ein “Hund” muss zumindest ein wenig größer sein als eine Ratte, alles andere geht bestenfalls als “Hündchen” durch -, aber ich mag Hunde. Je größer, desto lieber. Je felliger, desto lieber. Etwa in der der Größenordnung Neufundländer liegen sie mir am ehesten.

Selbst beim Laufen habe ich nichts gegen Hunde. Ich habe aber sehr wohl etwas gegen Hundehalter – “Herrchen” und “Frauchen” -, die ihren Tölen erst eine handfeste Neurose anerziehen und die kläffenden Köter dann nicht mehr im Griff haben; trotzdem gefällt es diesen Menschen, ihr Haustier ohne Leine und am besten auch ohne Halsband auszuführen – wobei nicht immer auf den ersten Blick gleich klar wird, wer mit wem spazieren geht.

Fairerweise muss man ja sagen, dass 90 % aller Begegnungen Läufer – Hund völlig problemlos ablaufen. Oft ist das Tier bereits angeleint oder wird an die Leine genommen, wenn der Läufer am Horizont auftaucht. Oder der Tierhalter ist so souverän, dass er oder sie den Läufer gar nicht weiter beachtet, seine oder ihre Ruhe auf den Hund überträgt, und das Tier sich deshalb, selbst wenn es nicht angeleint ist, überhaupt nicht um den Läufer schert. Perfekt! (weiterlesen…)

Läufers Ärgernisse (1): SPOM

Sonntag, 25. Januar 2009
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SPAM nervt. SPOM auch. Spaziergänger, obere Mittelschicht.

Den langen Lauf am Sonntag absolviere ich gerne zum See, um den See herum und wieder zurück. Auch und vor allem im Winter eine schöne Runde, so idyllisch, dass dem Läufer die Freudentränen in die Augen steigen. Eigentlich laufe ich auch gerne im Winter. Gegen Kälte habe ich nichts, und im Schnee zu laufen ist zwar ein wenig anstrengend, aber ich mag das Knirschen…

Der See, der heute still und starr da lag, lockt natürlich nicht nur Läufer, sondern auch Spaziergänger an. Das ist normalerweise kein Problem: Spaziergänger fuchteln zumindest nicht unkontrolliert mit Stöcken herum, und die Wege sind breit genug für alle. Normalerweise. Heute aber waren die nicht vom Sonnenlicht beschienenen Teile der Strecke (quasi die Nordhänge der leicht profilierten Strecke) spiegelglatt und hätten jeder Bob- und Rodelbahn Konkurrenz gemacht. Mit Laufschuhen war da kein Halt zu finden, also auf den schmalen Trampelpfad zwischen Weg und Wald ausgewichen und im “Rough” weiter gelaufen. (weiterlesen…)


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