Ich wache mit schlechter Laune auf. 80 Zentimeter breite Sportschulbetten sind einfach nichts für ausgewachsene Männer. Um 21:45 Uhr – freiwillig – ins Bett und um 7:15 Uhr wieder raus, aber subjektiv kein Auge zugemacht. Nach der gestrigen Laufleistung hatte ich erwartet, zu schlafen wie ein Stein. Meine Laune wird durch die Tatsache, dass es vor dem ersten Lauf des Tages nicht einmal eine Tasse Kaffee gibt, nicht erheblich gebessert.
Aber zum ersten mal seit langer, langer Zeit scheint mal wieder die Sonne! Das hebt die Stimmung erheblich, obwohl es noch ausgesprochen frisch ist, aber im Sonnenlicht sieht sogar Raureif schön aus. Und so tut auch der kurze “Frühstückslauf” mit ein wenig Gymnastik auch richtig gut.
Die schwarze Plörre, von der man mir weis machen will, dass es sich um Kaffee handelt, reißt meine Laune allerdings schlagartig wieder Richtung Nullpunkt. Unter zwei Pötten Wachmacher passiert bei mir normalerweise morgens gar nichts. Aber dieses Zeug hier verursacht günstigenfalls nur Magengeschwüre, über die Spätfolgen will ich gar nicht nachdenken. Igitt!
Nach dem gestrigen Intervalltraining steht heute nur eine “richtige” Trainingseinheit auf dem Programm: Der lange Dauerlauf. Distanzen zwischen 7,5 und knapp 30 Kilometern sind zu absolvieren, je nach Trainingszustand und persönlichem Ziel, die Zeitvorgaben schwanken entsprechend. Mein Plan sieht knapp 20 Kilometer vor, in einigermaßen ruhigem Tempo. An einem Lauftag wie jedem anderen keine echte Herausforderung, aber mit 22 eher flotten Kilometern vom Vortag in den Beinen schon eher anspruchsvoll. Ich stoße auf ein Phänomen, das ich so bisher nicht kannte: Das Herz-Kreislauf-System hätte noch zuzulegen, Luft ist noch reichlich da, aber die Beine können einfach nicht schneller. Ich schleppe mich tapfer bis ins Ziel – über die Zeit wird allerdings der Mantel des Schweigens gebreitet bleiben. (weiterlesen…)



