Als unverbesserlicher Geburtstags- und Hochzeitstagsvergesser habe ich selbstverständlich auch mein gestriges Blogjubiläum geflissentlich ignoriert. Den Begriff “Geburtstag” vermeide ich in Zusammenhang bewusst – denn der Tag, an dem ein Blog sich selbst mit Inhalten zu befüllen oder gar Fortpflanzungsstrategien zu entwickeln beginnt, wird der Tag sein, an dem ich den Kampf gegen die Maschinen aufnehme! Gestern vor einem Jahr also habe ich meinen ersten Eintrag für dieses Blog verfasst. Dass die Rückschau nicht zu meinen Stärken zählt, habe ich bereits in epischer Breite dargelegt – aber ich hatte einfach Lust dazu, eben diesen ersten Artikel noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als leidgeprüftes Kommunikationsseminaropfer stellte ich seinerzeit eingangs drei – selbstverständlich rhetorische – Fragen, die ich heute noch einmal aufgreifen möchte. (weiterlesen…)
Artikel-Schlagworte: „Gesundheit“
Eins
Dienstag, 26. Januar 2010Die Wahl der Qual
Dienstag, 22. September 2009
Wenn im Wald ein Baum umfällt, und es ist niemand dort, der es hört, hat es dann überhaupt ein Geräusch gegeben? Und wenn sich im Wald ein Läufer verletzt, und es ist niemand dort, der es sieht, hat es dann überhaupt eine Verletzung gegeben? Selbstverständlich erkennt auch der größte medizinische Laie noch im Nachhinein, dass zum Beispiel ein offener Knochenbruch mit Arterienabriss so etwas wie ein Problem darstellen könnte. Ein Gips samt daraus herausragender Drähte und Schläuche schränkt das Lauftraining doch ein klein wenig ein. Auch eine unterarmlange, zentimetertiefe Risswunde mit freiem Blick auf den Oberschenkelknochen (wie sie Ewald Lienen 1981 erlitt – ist das tatsächlich schon so lange her?) gilt selbst bei Unwissenden noch als ernstzunehmende Verletzung. (weiterlesen…)
400 Meter in 5378:17:09
Mittwoch, 5. August 2009
Ich habe Sie nie geliebt. Trotzdem konnte ich bis kurz vor dem Einschlafen die Finger nicht von ihr lassen. Und gleich nach dem Aufstehen und noch vor dem Frühstück habe ich Sie sofort wieder angemacht. Sie roch übel, schmeckte schlecht und hinterließ einen fiesen Geschmack auf der Zunge. Trotzdem glaubte ich, ohne Sie nicht leben zu können. Manchmal wurde ich sogar nachts wach und musste Sie einfach nehmen. Viele meiner Freunde mochten Sie nicht, in der Öffentlichkeit konnte ich mich kaum noch mit Ihr sehen lassen. Trotzdem nahm ich Sie überall mit hin. Ohne Sie fühlte ich mich hilflos und verlassen. Sie quälte mich auch und vor allem beim Laufen. Ich hasste Sie abgrundtief. (weiterlesen…)
Zeitlupenlaufen und Krampf auf dem Klo
Mittwoch, 22. Juli 2009
Blauer Himmel, strahlende Sonne und 30°C im Schatten – nicht schwül, einfach nur heiß – das ist mein Laufwetter. Vermutlich bin ich das einzige Exemplar des wechselwarmen Homo sapiens: Je wärmer es ist, desto höher ist meine gefühlte Leistungsfähigkeit. Entgegen dem gängigen Wohlfühl- und Schönheitsideal bin ich erst glücklich, wenn kein Quadratmillimeter meiner Laufkleidung mehr trocken ist und der Schweiß gleich literweise auf den Boden tropft. Dann habe ich das gute Gefühl, hart trainiert zu haben. Wenn dann, so wie gestern, auch noch ein verhältnismäßig happiges Tempotraining auf dem Plan steht, macht das meinen Tag schon fast perfekt – sorgt aber mitunter auch für eine harte Nacht… (weiterlesen…)
Laufen entmystifiziert (2): Warum sollte Laufen die Knie kaputt machen?
Donnerstag, 9. Juli 2009Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen:
Wasser, in Maßen genossen, ist unschädlich!
Mark Twain
Der aufrechte Gang unterscheidet den Menschen von den meisten anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Die oberen Extremitäten nicht mehr zur Fortbewegung nutzen zu müssen, sondern sie für andere Tätigkeiten einsetzen zu können, ist eine Errungenschaft, keine Bürde. Ich jedenfalls mag meine Arme so wie sie sind. Über Millionen von Jahren formte die Evolution uns zu derart guten Bipeden, dass unsere Arme beim Gehen und Laufen praktisch nur noch als Balance- und Schwungmasse dienen – wirklich notwendig sind sie dazu nicht. Gehen, Hüpfen, Laufen und Springen sind die natürlichen Bewegungsformen, die uns die Natur in die Gene programmiert hat. Unsere Vorfahren mussten Tag für Tag mitunter viele Kilometer laufend zurücklegen, um Nahrung zu beschaffen. Sich nur wenig bewegen zu müssen ist eine Zivilisationsfolge, um es mal einigermaßen neutral auszudrücken. (weiterlesen…)
Autsch!
Donnerstag, 11. Juni 2009
Der Trainingsplan sieht für heute einen Ruhetag vor. Hätte ich mich bloß daran gehalten! Gegen den feiertäglichen Bewegungsmangel wollte ich nur eine ganz lockere Runde drehen. Ohne jede Intensität. Vielleicht eine Stunde oder so. Ganz genüsslich und gemütlich. Ich stehe schon gestiefelt und gesport im Hausflur, als mir der Wohnungsschlüssel aus meinen dicken Fingern gleitet. Also bücken, Schlüssel greifen, wieder aufrichten. Und dann, ganz plötzlich, spüre ich den Schmerz im rechten Unterschenkel. Ein merkwürdiger, dumpfer, diffuser Schmerz, der unterhalb des Knies beginnt und sich außen am Unterschenkel nach unten zieht. Nicht in der Wade, eher vorne-außen. Und so heftig, dass ich stellenweise nicht einmal richtig auftreten kann. Ich streiche also den Genusslauf – nicht nur sicherheitshalber, sondern weil ich plötzlich nur noch humpeln kann. Den Rest des Tages werde ich mich jetzt der vagen Hoffnung hingeben, dass das Problem genau so plötzlich wieder verschwindet, wie es aufgetreten ist. Zum Arzt kann ich ohnehin frühestens morgen – heute ist Feiertag, und für die Notaufnahme reicht es noch nicht…
Tragisches Ende eines Halbmarathons
Mittwoch, 13. Mai 2009Gerade lese ich auf der Homepage meines Vereins, dass am vergangenen Samstag beim Halbmarathon in Ingolstadt ein nur 32 Jahre junger Mann gestorben ist. Laut Zeitungsartikel kollabierte er unmittelbar nach der Ziellinie, konnte zunächst wiederbelebt werden, verstarb aber wenig später im Krankenhaus. Bei der gestrigen Obduktion wurde eine natürliche Todesursache festgestellt, insbesondere also der Einfluss von Aufputsch- oder Dopingmitteln ausgeschlossen. Es handelte sich um einen erfahrenen Läufer, der bereits mehrere Halbmarathons um 1:40 gelaufen war und auch am letzten Samstag mit ungefähr dieser Zeit ins Ziel gekommen war. Möglicherweise spielte eine nicht diagnostizierte Vorerkrankung eine Rolle. Makabre Randnotiz: Auch der Bruder des 32-Jährigen war unter den Teilnehmern. Er kollabierte ein ganzes Stück vor dem Ziel und wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht, wo man ihn bei seiner Entlassung über den Tod seines Bruders informierte. (weiterlesen…)
Mythos Fettverbrennung
Sonntag, 3. Mai 2009Schlank und schön im Schlaf
120 % aller Deutschen haben keine Ahnung von Prozentrechnung. Anders ist kaum zu erklären, was für ein hanebüchener Unfug sogar in als einigermaßen seriös einzustufenden Publikationen über die sogenannte Fettverbrennung verbreitet wird. Selbst der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) lässt sich in seinem “DLV-Ratgeber Laufen” zu Aussagen wie der folgenden verleiten: “Körperfette werden in erster Linie bei niedrigen Belastungsintensitäten verbrannt!” Sicher ist der Versuch löblich, uns sportmedizinische Laien nicht mit den Details der muskulären Energiebereitstellung überfordern zu wollen. Aber eine zu starke, um nicht zu sagen unzulässige Vereinfachung ist eben mitunter kontraproduktiv und provoziert Missverständnisse.
Nicht wenige Menschen treiben Sport und laufen, um ihre Leibesfülle im Rahmen zu halten oder in den Griff zu bekommen. Ein Bekannter brachte es jüngst sehr schön auf den Punkt: “Ich laufe, damit ich weiter essen und Bier trinken kann wie bisher”. Wenn es nun wahr wäre, dass Körperfette in erster Linie bei niedrigen Belastungsintensitäten verbrannt werden, dann hätten wir ein unschlagbares Argument gegen jede Form von Sport gefunden: Um Körperfett möglichst effektiv abzubauen, müssten wir nur so viel wie möglich schlafen. Die praktische Erfahrung belehrt aber jeden von uns eines Besseren. Schlank (und fit) im Schlaf oder zumindest ohne nennenswerte Transpiration – ganz so einfach scheint es ja nicht zu sein, wenn ein nicht unerheblicher Teil der Weltbevölkerung übergewichtig durchs Leben trottet. Das Sprichwort kommt eben nicht von ungefähr: “Wer schön sein will, muss leiden”. (weiterlesen…)
Blasenpflaster
Sonntag, 3. Mai 2009
Irgendwas ist ja immer. Heute zum Beispiel habe ich herausgefunden, warum Blasenpflaster “Blasenpflaster” heißen. Richtig – weil sie Blasen verursachen. Nicht so kleine, lächerliche Bläschen, die nicht einmal weh tun und keiner Rede wert sind. Nein, richtig große Blasen, dick und mit Wundsekret prall gefüllt, die bei jeder Berührung höllisch brennende Schmerzen verursachen. So in etwa muss es sich anfühlen, wenn man über glühende Kohlen läuft. Heute Morgen hatte ich noch ein kleines Problem mit zwei kleinen Blasen. Zwei Stunden und 20 Kilometer später habe ich ein riesiges Problem mit zwei gewaltigen Blasen.
Am vergangenen Sonntag habe ich mir bei meiner persönlichen Varusniederlage zwei Blasen gelaufen – innen an den Fersen. Sieht so aus, als käme ich mit der Pronationsstütze der asics GT-2140 nicht so recht klar. Vielleicht waren die High-Tech-Sandalen aber auch einfach noch nicht genug eingelaufen. Nun ja, jedenfalls sahen die beiden Bläschen schlimmer aus als sie sich anfühlten, und ich bin die ganze Woche schmerzfrei damit gelaufen. (weiterlesen…)





