Artikel-Schlagworte: „Gesundheit“

Der Nike Free 5.0 im Test

Donnerstag, 16. April 2009

Nike Free 5.0Läufern, die sich (wie der Autor) mit Shin Splints herumplagen, wird unter anderem häufig empfohlen, mehr barfuß zu laufen. Moderne Laufschuhe mit ihren Bewegungskontroll-, Dämpfungs- und Stabilisierungssystemen nehmen der Fußmuskulatur so viel Arbeit ab, dass der Fuß – etwas flapsig formuliert – verdummt. Einige feine Muskeln werden zu wenig beansprucht, was ein Auslöser für das mediale Tibiakantensyndrom sein kann. Barfüßiges Gehen oder Laufen kann helfen, diese Muskulatur zu reaktivieren und Verletzungen vorzubeugen.

Nun bieten sich den in der Stadt lebenden Läufern – hat eigentlich schon jemand den Begriff Urban Runners geprägt? –, zu denen auch der Autor zählt, eher wenig Möglichkeiten, sich auf nackten Sohlen zu bewegen. Praktisch ab dem Tag unserer Geburt werden unsere Füße von gemütlichen Socken und bequemen Schuhen verzärtelt und reagieren daher empfindlich auf harte Untergründe wie zum Beispiel Asphalt. Es würde Wochen oder Monate dauern, die Fußsohlen so weit abzuhärten, dass man sich zumindest einige Hundert Meter von der Haustür entfernen kann. Und selbst dann drohen noch allerlei Unbill wie Glasscherben oder messerscharfe, spitze Steine. Eine Schnittverletzung unter dem Fuß könnte eine mehrwöchige Trainingspause bedeuten – ein zu hohes Risiko… (weiterlesen…)

Noch ein Selbstversuch

Mittwoch, 15. April 2009

Der Naturwissenschaftler in mir will immer alles ganz genau wissen. Und als ich kürzlich in yogis ultralaufblog den Artikel über Gewichtsschwankungen las, beschloss ich, meinen eigenen Wasserverlust während das Laufens einmal zu untersuchen. Warum? Nennen wir es einfach Forscherdrang. Der Aufwand hält sich in Grenzen, nur vor und nach dem Lauf jeweils einmal im Adamskostüm auf die Waage stellen und zwei weitere Spalten ins ohnehin recht ausführliche Lauftagebuch einfügen. Heute mache ich also den ersten Eintrag in die Messreihe:

Gewicht vor dem Lauf: bleibt mein Geheimnis
Wetterbedingungen: sonnig, 21 Grad Celsius
Laufstrecke: 11,5 km
Trainingsdauer: 1:12:00 h
Trainingsintensität: hoch (Intervalltraining)
Gewicht nach dem Lauf: bleibt mein Geheimnis
Gewichtsverlust: 2,3 kg

Mir war zwar klar, dass ich zu den eher stark transpirierenden Zeitgenossen gehöre, aber dass mich ein gar nicht einmal all zu langer Lauf schon 2,3 Kilogramm Wasser verlieren lässt, überrascht mich dann schon ein wenig. Bildlich sieht das so aus: (weiterlesen…)

Der Bauch voller Lauch – ein Selbstversuch

Mittwoch, 15. April 2009

Lauch oder PorreeOder: Ein unfreiwilliger Tempodauerlauf

Hinweis: Dieser Artikel könnte Worte enthalten, die von weiten Teilen der Bevölkerung als Kraftausdrücke oder Vulgärsprache aufgefasst werden. Zart besaitete Leser und Leserinnen sollten diese Seite deshalb jetzt verlassen. Aber vielleicht wird es ja auch gar nicht so schlimm…

Ohne Mampf kein Kampf

Laufen ist ja weniger ein Sport oder ein Hobby, als vielmehr eine Einstellung oder sogar Philosophie, die alle Bereiche des Lebens einschließt. Dazu gehört selbstverständlich auch die Ernährung. Wer viel und gerne läuft, wird sich – quasi automatisch – auch bewusster und gesünder ernähren: Obst, Gemüse und so weiter. So prophezeien es jedenfalls die Gurus in ihren einschlägigen Lauf- und Fitnessbibeln.

In der Praxis scheitert die bewusste und gesunde Ernährung oft schon an den faktischen Gegebenheiten: Ein Arbeitstag kann auch schon mal hektisch und stressig werden, und wenn man überhaupt Zeit für eine längere Pause findet, dann würgt man eben den Kantinenfraß herunter – der ist zwar weder gesund noch sonderlich schmackhaft, gaukelt aber für eine Weile ein Gefühl von Sättigung und Zufriedenheit vor. Und wenn es für die Kantine wieder einmal nicht reicht, muss eben der Snack-Bär dran glauben. Schokolade macht eben glücklich – wenn man nur fest genug daran glaubt. (weiterlesen…)

Das Paradox körperlicher Aktivität

Montag, 23. März 2009

sport-herzinfarkt-paradoxAuch wenn ich mich wiederhole: Zu viel Information schadet nur. Wenn ich vom Laufen lese, will ich gute Nachrichten lesen. Hiobsbotschaften wie den Tod von René Herms oder den Kreislaufkollaps von Margarete Schreinemakers möchte kein Läufer hören. Zu allem Überfluss springt es mir auch noch von Seite 67 der RUNNER’S WORLD Ausgabe April 2009 in blutroten Lettern entgegen: LÄUFT DER TOD MIT? Wenn ich die Läufer-Bravo aufschlage, will ich lesen, dass Laufen mich fit, gesund, schlank und schön macht – und nicht, dass ich gute Chancen habe, dabei tot umzufallen.

Bei der Lektüre bin ich am “Paradox körperlicher Aktivität” oder auch “Sport-Herzinfarkt-Paradox” hängen geblieben. Beim Laufen steigt das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, um das Siebenfache. Allerdings hat ein trainierter Mann in Ruhe nur ein halb so hohes Herzinfarkrisiko wie ein untrainierter. Während des Trainings ist also auch ein fitter Läufer immer noch einem dreinhalb mal so hohen Risiko ausgesetzt wie ein unfitter Mensch in Ruhe. Anders ausgedrückt: Regelmäßiges Laufen schützt langfristig vor Herzinfarkt, die Trainingsbelastung selbst steigert jedoch die Infarktgefahr.

Quelle: RUNNER'S WORLD April 2009, Seite 69

Quelle: RUNNER'S WORLD April 2009, Seite 69

Die Studie, auf der die obige Abbildung basiert, schätzt die Wahrscheinlichkeit, beim Laufen einen plötzlichen Herztod zu erleiden, übrigens auf einen Todesfall pro 396.000 Laufstunden. Sehr beruhigend, meine Jahreslaufleistung liegt unter 300 Stunden… (weiterlesen…)

die trägheit

Samstag, 21. März 2009

ich hab ganz konsequent
den ganzen Tag verpennt
jetzt brauch ich sehr viel Ruhe
für Dinge die
ich heut nicht tue

Eine kleine, begabte “Chansonnière” hat vor ein paar Jahren, vermutlich ohne sich dessen bewusst zu sein, ein Lied für uns Läufer gesungen. Vielleicht läuft Annett Louisan ja auch, wer weiß. Jedenfalls beschreibt “die trägheit” ziemlich exakt den Ruhetag eines Läufers.

Wenn es sich der Läufer oder die Läuferin nämlich am einzigen arbeits- und trainingsfreien Tag in der Woche auf dem Sofa bequem macht, wenn er oder sie sich weigert, zu bügeln, einzukaufen, zu kochen, den Müll herunter zu bringen, zu putzen, zu waschen oder was auch immer zu tun, dann hat das nichts mit Faulheit zu tun. Erholungsphasen sind nämlich genau so wichtig wie das Training selbst – praktisch also Bestandteil des Trainings. Und ihr Training nehmen Läuferinnen und Läufer eben ernst…

ich fang ganz spontan
überhaupt nichts an
das zieh ich eisern durch
konzentriert und ruhig
bis ich drüber einschlaf

Die Experten scheinen sich im Wesentlichen einig darüber zu sein, was man am Ruhetag machen darf und soll: nichts! Aber, liebe Couch Potatoes, schlechte Nachrichten für Euch: Ausschließlich durch Erholung wird sich Euer Trainingszustand wahrscheinlich nicht verbessern… (weiterlesen…)

Shin Splints

Montag, 16. März 2009

runners-world-laufcamp-2009-007Mein Körper ist ein Snob! Er gewöhnt sich unglaublich schnell an Komfort. Kaum biete ich ihm ein paar Tage zum Laufen fast ausschließlich Waldwege und Sandstrand an, bildet sich dieser Luxusleib ein, das müsste jetzt immer so sein.

Heute war ich also zum ersten mal seit einer guten Woche wieder auf Asphalt unterwegs. Wie so oft in den vergangenen Monaten. Und nach ein paar harten Einheiten im Trainingslager fühlte sich das lockere Traben heute ungewohnt leicht an. Sehr schön. Bis ich nach ein paar Minuten diesen Schmerz im Schienbein spürte – Shin Splints. Na toll!

Habe ich mich in der letzten Woche doch überlastet? Oder liegt es wirklich daran, dass meine Füße auf Waldwegen und Sand innerhalb kürzester Zeit so sehr verweichlicht sind, dass sie jetzt mit Schmerz auf Asphalt reagieren? Den beiden werde ich’s zeigen. Ab morgen gehe ich barfuß zur Arbeit. Oder vielleicht auch nicht…


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