Artikel-Schlagworte: „Hermannslauf“

Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

Mittwoch, 11. November 2009

Gibt es ein Leben nach dem Marathon?

Auf Holz klopfenIch kenne mich selbst ja nun schon seit einigen Jahren. Und weil ich mich so gut kenne, befürchtete ich, nach dem Marathon in ein tiefes, schwarzes Motivationsloch zu fallen. Die Versuchung, mich nach dem Erreichen des großen Ziels einfach mal ein paar Monate dem süßen Müßiggang hinzugeben, erschien mir doch recht verlockend. Dass diese Faulenz-Phase genau in eine kritische Jahreszeit fallen würde – denn die Weihnachtszeit macht ja bekanntlich Hintern breit –, war mir sehr wohl bewusst. Tief in meinem Inneren hatte ich mich bereits mit einigen Kilogramm zusätzlichen Hüftgolds arrangiert. Und im Januar hätte ich dann – gute Neujahrsvorsätze in die Tat umsetzend – den alten Einsteiger-Trainingsplan herausgesucht und mich mühsam über die ersten drei oder vier Kilometer gequält. Ewiger Anfänger eben. Den Kampf gegen die bevorstehende Motivationskrise hatte ich schon aufgegeben, bevor mir der innere Schweinehund überhaupt den Krieg erklärt hatte. Dann war es eben eine sich selbst erfüllende Prophezeiung – ich hatte mir eine Pause mehr als redlich verdient. (weiterlesen…)

Tödlicher Hermannslauf

Donnerstag, 25. Juni 2009

Tödlicher HermannslaufIch bin durch und durch das, was manche Menschen geringschätzig einen Computerfreak nennen würden. Böse Zungen behaupten sogar, dass durch meine Adern nicht Blutkörperchen, sondern Bits und Bytes fließen. Und trotzdem fröne ich gelegentlich einem immer seltener werdenden Hobby, dass jüngere Menschen vermutlich als extrem “retro” einstufen würden – wie übrigens das Wort “frönen” selbst auch. Wenn zwischen Arbeit, Sport und Blog noch Zeit bleibt, dann lese ich. Und zwar nicht die flüchtigen Buchstaben auf irgendeinem Bildschirm, sondern die nach alter Handwerkskunst auf Papier gedruckten Lettern, die mal mehr, mal minder kunstvoll gebildete Sätze ergeben – den älteren unter den Lesern wird der Begriff “Buch” noch etwas sagen. Nur sehr selten hat meine Lektüre etwas mit meinem Beruf zu tun, aber manchmal berührt sie mein Hobby, das Laufen. Wie der Krimi “Tödlicher Hermannslauf von Renée Pleyter, den ich jetzt endlich einmal gelesen habe. (weiterlesen…)

Die (Hitze-) Schlacht im Teutoburger Wald

Montag, 27. April 2009

Denken und Sein

Hermannslauf: StartbereichIch dachte, ich sei gut vorbereitet. Ich dachte, das Wetter sei nach meinem Geschmack. Ich dachte, den “Hermann” unter drei Stunden zu laufen, sei hart – aber zu schaffen. “Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt”, soll Aristoteles gesagt haben. Und ich habe gestern gelernt, wie weit Denken und Sein voneinander entfernt liegen können. Oder mit anderen Worten: Ich erlebte den schwärzesten Tag in meinem bisherigen Läuferleben.

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

Dabei lief am Sonntag Morgen noch alles nach Plan. Trotz Übernachtung im fremden Bett wache ich ausgeschlafen und ausgeruht aus. Wie üblich gibt es zwei Marmeladenbrötchen und etwas Kaffee zum Frühstück. Die Anreise zur Startnummernausgabe gestaltet sich unerwartet unproblematisch, an der Ausgabe selbst muss ich nicht anstehen, und weil ich mich ein wenig auskenne, finde ich sogar eine wenig frequentierte Herrentoilette.

Da der Hermannslauf kein Rundkurs ist, sondern über 31,1 Kilometer vom Hermannsdenkmal in Detmold-Hiddesen zur Sparrenburg in Bielefeld führt, müssen knapp 7000 Teilnehmer mit Bussen von der Startnummernausgabe zum Startbereich gefahren werden. 120 Busse aus ganz Ostwestfalen sind dazu im Einsatz, die in einer langen Reihe einen guten Teil von Bielefelds Hauptstraßen blockieren. Umgekehrt müssen 7000 Kleiderbeutel in den Zielbereich zurück transportiert werden, eine Aufgabe, die das Technische Hilfswerk mit mehreren LKW löst. Allein für diese aufwändige und aus Läufersicht immer problemlose Logistik gebührt dem Veranstalter höchster Respekt. (weiterlesen…)

Quintili Vare, legiones redde!

Samstag, 25. April 2009

Hermannsdenkmal“Quinctilius Varus, gib die Legionen zurück!” – dieser entsetzte Aufschrei, den Kaiser Augustus von seinem Biographen Sueton in den Mund gelegt bekam, muss wohl in jedem Text, der die Varusschlacht auch nur am Rande streift, vorkommen. Das hätten wir also erledigt. Aber was hat die Schlacht im Teutoburger Wald mit dem Laufen zu tun? Nicht viel, wenn man davon absieht, dass eine der größten Laufveranstaltungen Deutschlands nach dem Germanischen Befehlshaber Arminius – oder Hermann – benannt ist: Der Hermannslauf. Seit 1972 stürzen sich jeweils am letzten Sonntag im April etwa 7000 Läufer den Teutberg hinab. Nicht wenige behaupten anschließend, der 31,1 Kilometer lange “Hermann” mit seinen 515 Metern Steigungen und 710 Metern Gefälle sei härter als so mancher Marathon. Trotzdem gibt es erstaunlich viele Wiederholungstäter unter den “Hermännern” – für “echte” Hermänner mit zehn oder sogar 25 erfolgreichen Teilnahmen werden besondere Abzeichen verliehen.

Zwar ist der Teutoburger Wald mit großer Wahrscheinlichkeit einer der Orte, an den die Varusschlacht fälschlicherweise gedichtet wurde, und auch das Hermannsdenkmal wurde nicht wirklich zum Andenken an Arminius errichtet, aber Läufer interessieren sich im Allgemeinen recht wenig für derlei historische Spitzfindigkeiten. Obwohl 2009 natürlich ein Jubiläumsjahr ist – die Hermannsschlacht wird auf das Jahr 9 datiert, eine der wenigen Tatsachen, die in diesem Zusammenhang unstrittig erscheint. Und das muss für heute an nutzlosem Wissen reichen… (weiterlesen…)


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