Seitdem ich mein erstes richtiges Paar Laufschuhe besitze, frage ich mich, woran mal wohl merkt, dass die guten Stücke verschlissen sind und man nicht mehr in ihnen laufen sollte. Bei “Straßenschuhen” ist das leicht: Wenn ihr Äußeres selbst nach einer ausgiebigen Schuhcremekur nur noch missbilligende Blicke der Partnerin provoziert, treten sie ihre letzte Reise zum Altschuhcontainer an. Diesen Maßstab kann ich an Laufschuhe unmöglich anlegen – dann müsste ich nach jedem zweiten Lauf zum Dealer meines Vertrauens schleichen. Die Laufschuhersteller selbst halten ihre High Tech Produkte allerdings auch nicht für sonderlich belastbar – eine prognostizierte Lebensdauer von bis zu 1.200 Kilometern liegt da schon weit über dem Durchschnitt. Der Pessimismus der Produzenten wundert freilich nicht weiter, denn schließlich sollen wir ja in der nächsten Saison das Nachfolgemodell unseres Lieblingsschuhs kaufen. Vor diesem Hintergrund ist es sicher kein Zufall, dass die von den Herstellern empfohlenen 500 bis 1.200 Kilometer in etwa der Strecke entsprechen, die ein Läufer pro Jahr in einem Paar Schuhe zurücklegt. (weiterlesen…)
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Älter heißt reifer
Dienstag, 2. Februar 2010Winterwetterwundertüte
Montag, 1. Februar 2010
Ganz ehrlich: Dieser Winter zermürbt mich deutlich weniger als der letzte. Laufen ist ganz unbestritten kein Wintersport, und im letzten Jahr hatte ich um diese Zeit die Schnauze schon gestrichen voll von Eis, Matsch und Schnee. In diesem Jahr geht mir die kalte Jahreszeit noch nicht ganz so stark auf die Nerven – aber bis zum Frühling ist es ja auch noch eine Weile hin. Gestern jedenfalls hatte ich so richtig Lust auf einen langen Lauf – es war knackig kalt, der Himmel stahlblau, eine feine Pulverschneedecke lag wie Puderzucker über der Landschaft und die strahlende Sonne ließ das alles noch einmal so schön aussehen. Auf meiner kleinen Aufwärm- und Erkundungsrunde durch das Städtchen waren die Wege frei oder zumindest sehr gut zu belaufen, und alles deutete auf perfekte 20 Kilometer hin. (weiterlesen…)
One Apple a day…
Donnerstag, 28. Januar 2010
Wer glaubt, wir Läufer seien konsumgeil und leicht durch Werbung zu verführen, der kennt die Triple-As noch nicht: Die Anhänger angebissener Äpfel. Vermutlich hat die Firma TENA gestern einen Rekordumsatz verzeichnet, denn je näher die Vorstellung des “magischen und revolutionären” neuen Produkts der Firma Apple rückte, desto mehr ihrer Fans nässten sich ein. Die Gemeinde der Jünger von Steve Jobs erinnert mich stark an die Anhängerschar von Joanne K. Rowling. Zwar tragen sie statt Zaubererumhängen schwarze Rollkragenpullover und den Zauberstab ersetzt das iPhone, das kindliche bis kindische Verhalten ist aber bei beiden Gruppen annähernd gleich stark ausgeprägt. Fiebrig-freudige Erwartung wird bis zur Ekstase gesteigert, um sich dann in grenzenlosem Staunen zu entladen. (weiterlesen…)
Ich laufe für…
Mittwoch, 27. Januar 2010
Wer schon einmal das Teilnehmerfeld einer größeren Laufveranstaltung vor sich her getrieben hat, der hat auch sie schon gesehen: Läuferinnen und Läufer, die auf ihren Funktionsoberteilen mehr oder minder sinnhaltige Parolen mehr oder minder politischen oder weltanschaulichen Inhalts öffentlich zur Schau stellen. “Ich laufe für die Einführung der parlamentarischen Demokratie im Staat Vatikanstadt!”, dürfen wir da beispielsweise lesen. Oder auch: “Ich laufe gegen die Zweckentfremdung der Top-Level-Domain von Tuvalu!” Beliebt sind auch militant-vegane, dafür mitunter aber geistreiche Sprüche der Art: “Ich laufe gegen Tierquälerei! Und weil Du ein Fleischfresser bist, siehst Du mich nur von hinten!” Sehen wir einmal davon ab, dass jeder Mensch, der seine Sinne auch nur halbwegs beisammen hat, viele dieser Forderungen sofort unterschreiben würde: Niemand, der noch bei Trost ist, würde sich etwa dem Ruf nach Achtung der Menschenrechte in – zum Beispiel – China verschließen. Trotzdem bleibt ein sogenannter Wettkampf ein denkbar ungeeignetes Forum für derlei Aussagen. (weiterlesen…)
Eins
Dienstag, 26. Januar 2010
Als unverbesserlicher Geburtstags- und Hochzeitstagsvergesser habe ich selbstverständlich auch mein gestriges Blogjubiläum geflissentlich ignoriert. Den Begriff “Geburtstag” vermeide ich in Zusammenhang bewusst – denn der Tag, an dem ein Blog sich selbst mit Inhalten zu befüllen oder gar Fortpflanzungsstrategien zu entwickeln beginnt, wird der Tag sein, an dem ich den Kampf gegen die Maschinen aufnehme! Gestern vor einem Jahr also habe ich meinen ersten Eintrag für dieses Blog verfasst. Dass die Rückschau nicht zu meinen Stärken zählt, habe ich bereits in epischer Breite dargelegt – aber ich hatte einfach Lust dazu, eben diesen ersten Artikel noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als leidgeprüftes Kommunikationsseminaropfer stellte ich seinerzeit eingangs drei – selbstverständlich rhetorische – Fragen, die ich heute noch einmal aufgreifen möchte. (weiterlesen…)
Leistung lohnt sich wieder!
Donnerstag, 21. Januar 2010
Erfahrene Leser wissen längst: Der Autor dieser Zeilen kann Festen wie zum Beispiel Weihnachten wenig abgewinnen. Adventskalender interessieren ihn bestenfalls dann, wenn sie Schokolade nicht nur in homöopathischen Dosen enthalten. Zwar widmet er sich ganz gerne einmal dem einen oder anderen Rätsel, gerne auch mathematischer Natur, aber alles, was sich über 24 Tage hinzieht, beginnt üblicherweise recht schnell, ihn zu langweilen. Wenn ich mich also praktisch einen ganzen Monat lang Tag für Tag in die Gedanken eines Rätselmachers hineinzuversetzen versuche, dessen Hirnwindungen noch wirrer zu sein scheinen als die Locken auf seinem Haupt, will das etwas heißen. Hannes, Du kannst Dir wirklich etwas darauf einbilden, mich mit Deinen Adventskalender 2009 bei der Stange gehalten zu haben. Wie so oft habe ich mangelndes Talent durch Fleiß ausgeglichen und ausnahmsweise einmal den Sieg davon getragen. Und hätte ich vorher gewusst, wie üppig der Gewinn ausfällt, hätte ich mich noch mehr ins Zeug gelegt: Gleich zwei Tafeln einer Kultschokoladensorte plus ein Büchlein mit Cartoons zum Thema Laufen. Endlich lohnt sich Leistung wieder – gutes Aussehen allein reicht manchmal eben nicht. Vielen Dank, Hannes! Und die 1.116 Kilokalorien habe ich gestern in 13 gemütliche Kilometer umgesetzt.
Bilder sagen mehr als Worte
Donnerstag, 14. Januar 2010Zur Abwechslung lasse ich heute einmal Bilder (fast) ohne Worte sprechen. Hier also ein paar Impressionen von meinen letzten Läufen entlang der Isar:
Neues von der Blogathlon-Deutschland-Staffel (11)
Mittwoch, 13. Januar 2010
Die wichtigste Nachricht gleich zu Beginn: Die Blogathlon-Deutschland-Staffel lebt! Es gibt eine Vielzahl von Gründen, wegen derer ich mich in den letzten Wochen nicht so um die Staffel kümmern konnte, wie ich es mir selbst gewünscht habe. Diese Gründe tun hier im einzelnen nichts zur Sache, klar ist aber, dass ein zu eng gesteckter Zeitrahmen der Tod eines solch ambitionierten Projekts sein können – an dieser Stelle gebe ich zahlreichen Kommentatoren Recht. Vor diesem Hintergrund werde ich mich auch nicht dazu hinreißen lassen, hier und heute einen neuen Starttermin zu nennen. Bis zum Frühling dieses Jahres sollten wir den Start aber organisieren können, möglicherweise dann in Verbindung mit einer möglichst populären Frühjahrs-Laufveranstaltung. (weiterlesen…)
Im Test: Schneeketten für Läufer
Dienstag, 12. Januar 2010
Lässt man in diesen verschneiten Tagen den Blick über die Veröffentlichungen in der Netzläufer-Gemeinde schweifen, findet man – in leichten Variationen – den immer gleichen Tenor vor: Ein Lauf in winterlicher Landschaft birgt seinen eigenen Reiz. Und auf – oder besser: im – Schnee zu laufen, könnte so richtig Spaß machen – wenn es nur nicht so unglaublich kraftraubend wäre. Als jemand, der sich im Amateurboxsport Superschwergewicht nennen lassen müsste, kann ich über den Kraftakt des Schneelaufs ein besonders lautes Lied singen. Auch dass das Laufen auf Schnee oder gar Glatteis die Verletzungsgefahr um ein Vielfaches ansteigen lässt, leuchtet sofort ein. Und zu allem Überfluss erklärt mir Laufgruru Peter Greif in seinem heutigen Newsletter dann auch noch, dass das Laufen auf Schnee mich zwar ausdauermäßig weiterbringen könnte, andererseits aber unweigerlich zur lahmen Schnecke verkommen lassen wird. “Auf der Marathonstrecke wird das Training auf Schnee erst richtig bestraft”, sagt Greif und macht mir damit Angst. Das bisschen Schnelligkeit, das ich mir im vergangenen Jahr so mühsam erarbeitet habe, möchte ich nun wirklich nicht einfach so in den Schnee trampeln. Von wegen: “Die Helden des Sommers werden im Winter gemacht”. Läuferlatein! (weiterlesen…)
Der Lauf-Limerick zum Sonntag
Sonntag, 10. Januar 2010Hoppla! Da habe ich doch glatt vergessen, den Lauf-Limerick für den heutigen Sonntag einzustellen. Für alle Daisy-Geplagten gibt es heute ein paar wärmende Gedanken:
Ein Läufer mit schütterem Haar,
im Sommer zu leichtsinnig war,
er lief in der Hitze,
ohne schützende Mütze,
die Glatze war bald schon ganz gar!
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen (Rest-) Sonntag!





