Gibt es ein Leben nach dem Marathon?
Ich kenne mich selbst ja nun schon seit einigen Jahren. Und weil ich mich so gut kenne, befürchtete ich, nach dem Marathon in ein tiefes, schwarzes Motivationsloch zu fallen. Die Versuchung, mich nach dem Erreichen des großen Ziels einfach mal ein paar Monate dem süßen Müßiggang hinzugeben, erschien mir doch recht verlockend. Dass diese Faulenz-Phase genau in eine kritische Jahreszeit fallen würde – denn die Weihnachtszeit macht ja bekanntlich Hintern breit –, war mir sehr wohl bewusst. Tief in meinem Inneren hatte ich mich bereits mit einigen Kilogramm zusätzlichen Hüftgolds arrangiert. Und im Januar hätte ich dann – gute Neujahrsvorsätze in die Tat umsetzend – den alten Einsteiger-Trainingsplan herausgesucht und mich mühsam über die ersten drei oder vier Kilometer gequält. Ewiger Anfänger eben. Den Kampf gegen die bevorstehende Motivationskrise hatte ich schon aufgegeben, bevor mir der innere Schweinehund überhaupt den Krieg erklärt hatte. Dann war es eben eine sich selbst erfüllende Prophezeiung – ich hatte mir eine Pause mehr als redlich verdient. (weiterlesen…)




