Artikel-Schlagworte: „Meinung“

Die Sache mit den Kommentaren

Donnerstag, 21. Januar 2010

Oder: Bedienungsanleitung für dieses Blog

SprechblaseIn dem Teil der Blogosphäre, über den ich zumindest gelegentlich die Augen schweifen lasse, wird mitunter die Auffassung vertreten, es sei die Pflicht des Autors, auf jeden einzelnen Kommentar zu einem Artikel zu reagieren, also zurückzukommentieren. Jüngst wurde diese Forderung zum Beispiel in den Kommentaren bei Miss Monster oder in einem Artikel von Margitta laut. Ein Blogger, so wird unterstellt, der Kommentare nicht beantwortet, zeige dadurch, dass er oder sie die Anmerkungen zu seinem oder ihrem Artikel gar nicht liest, seine oder ihre Leser mithin geringschätzt. Als unhöflich und stillos wird ein solcher Mensch bezeichnet. Mit Verlaub, liebe Blogger-Gemeinde, aber das ist schlichtweg Unfug. Jeder einzelne Blogbetreiber freut sich über jeden einzelnen Leser und über jeden einzelnen Kommentar. Und das ist keine Meinung, sondern eine Tatsache – zumindest bis zum Beweis des Gegenteils. Die Behauptung, fehlende Kommentarkommentare seien ein Zeichen von Respektlosigkeit, ist damit in etwa so sinnhaft wie ein Zitat, das vor einiger Zeit in Caschys Blog zu lesen war: “Unter einem guten Beitrag keinen Kommentar zu hinterlassen, ist wie einem guten Kellner kein Trinkgeld zu geben”. (weiterlesen…)

Piep, piep, piep – wir haben uns alle lieb!

Mittwoch, 25. November 2009

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 5, Absatz 1, Satz 1

Nach Absatz 2 des selben Artikels findet das an sich unverletzliche und unveräußerliche Grundrecht der Meinungsfreiheit zwar seine Schranken im Recht der persönlichen Ehre, aber es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, dass alle Menschen der gleichen Meinung sein müssen. Und das ist auch gut so. Meinungsfreiheit bedeutet Meinungsvielfalt, die wiederum führt zu Disput und Diskurs, die ihrerseits den fruchtbaren Nährboden für Fortschritt und Wandel bilden. Ohne eine entsprechende Meinungsvielfalt bildeten wir uns vermutlich immer noch ein, die Erde sei eine Scheibe um die eine Sonne kreist. Sicher – wer sich eine Meinung bildet, der irrt mitunter auch. Die Ureinwohner Amerikas können ein Lied davon singen – denn noch heute spielen Kinder “Cowboy und Indianer” und nicht “Besatzer und Amerikaner”. Leider wurde von unseren Verfassungsvätern eine wichtige Ergänzung zu Artikel 5, Absatz 1 vergessen, die Dieter Nuhr dann 50 Jahre später wie folgt formulierte: “Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten”. Manfred Rommel, langjähriger Oberbürgermeister  Stuttgarts, drückte es nur unwesentlich weniger polemisch so aus: “Meinungsfreiheit bedeutet auch das Recht, seine Meinung für sich behalten zu dürfen”. (weiterlesen…)

Die üblichen Verdächtigen

Samstag, 11. Juli 2009

SpritzeDa ich die Anschaffung eines Laufrucksacks um (mindestens) eine Woche verschoben habe, hatte ich heute Nachmittag Zeit und Muße, mir die Übertragung von der Tour de France anzuschauen. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen, aus Protest gegen die Dopingskandale der letzten Jahre in diesem Jahr nicht eine Minute der Rundfahrt anzuschauen, aber der Geist war willig und das Fleisch schwach. Seit vielen Jahren übt das Ereignis eine große Faszination auf mich aus. Und neben dem Respekt vor der sportlichen Höchstleistung habe ich vor allem auch Spaß am Taktieren und am Nervenkrieg der Favoriten und ihrer Teams. Obwohl ich versuche, die Entscheidung von ARD und ZDF gutzuheißen, nur noch so wenig wie nötig über die Tour zu berichten, ärgere ich mich, dass ich so nur in den Genuss des langweiligsten Teils der heutigen Etappe komme. Mein Verhältnis zum Radsport ist zur Zeit also – sagen wir mal – ambivalent. (weiterlesen…)

Laufen entmystifiziert (2): Warum sollte Laufen die Knie kaputt machen?

Donnerstag, 9. Juli 2009
Dieser Artikel ist der 2. von 3 Teilen in der Serie Laufen entmystifiziert

Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen:
Wasser, in Maßen genossen, ist unschädlich!

Mark Twain

Der aufrechte Gang unterscheidet den Menschen von den meisten anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Die oberen Extremitäten nicht mehr zur Fortbewegung nutzen zu müssen, sondern sie für andere Tätigkeiten einsetzen zu können, ist eine Errungenschaft, keine Bürde. Ich jedenfalls mag meine Arme so wie sie sind. Über Millionen von Jahren formte die Evolution uns zu derart guten Bipeden, dass unsere Arme beim Gehen und Laufen praktisch nur noch als Balance- und Schwungmasse dienen – wirklich notwendig sind sie dazu nicht. Gehen, Hüpfen, Laufen und Springen sind die natürlichen Bewegungsformen, die uns die Natur in die Gene programmiert hat. Unsere Vorfahren mussten Tag für Tag mitunter viele Kilometer laufend zurücklegen, um Nahrung zu beschaffen. Sich nur wenig bewegen zu müssen ist eine Zivilisationsfolge, um es mal einigermaßen neutral auszudrücken. (weiterlesen…)

Ein Heckenschütze pinkelt durch die Büsche

Mittwoch, 8. Juli 2009

Screenshot Cross-Skating Forum, 08.07.2009, 15:05:12Dass mein – auch schon gut sieben Wochen alter – Beitrag zum Thema Skiken nicht ganz ernst gemeint war, hätte jeder halbwegs vernunftbegabten Lebensform klar sein müssen. Dachte ich. Zusätzliche, ursprünglich unbeabsichtigte Komik erlangt der Artikel jetzt aber durch eine Diskussion im “Cross-Skating Forum”. Ein halbes Dutzend Skiker lässt dort den Eindruck entstehen, dass die gesamte Skike-Gemeinde völlig spaßbefreit ist. Und dabei merken die Sechs nicht einmal, dass sie Wasser auf meine Mühlen gießen. Meine Bloggerkarriere hat die nächste Stufe erreicht: In einem öffentlichen Forum zerreißt man sich das Maul über mich! Jetzt fehlt mir nur noch eine deftige Abmahnung, und ich gehöre zur ersten Liga… (weiterlesen…)

Stachelbeerbeine

Samstag, 23. Mai 2009

Persönliches Logbuch des ewigen Anfängers, Sternzeit 9025032,7022.

Notiz an mich selbst: Weiße Kompressionsstrümpfe und unrasierte Männerbeine harmonieren nicht. Es sieht einfach unglaublich beschissen aus, wenn sich vereinzelt dunkle Haare durch das dünne Polyamid bohren. Wenn die viel zu engen Schläuche wenigstens den Hauch eines spürbaren Effekts auslösten, könnte ich diesen gruseligen Anblick vergessen. Aber bevor ich mir die Beine rasiere, spende ich die Stützstrümpfe lieber dem nächsten Altersheim…

Nordic Walking auf Rädern. Schon wieder!

Dienstag, 19. Mai 2009

An irgendeinem Punkt in meinem Leben musste ich mir eingestehen, dass ich es in sämtlichen etablierten Sportarten nicht mehr zum Weltmeister oder Olympiasieger schaffen werde. Eine Zeit lang beschäftigte ich mich dann mit dem Gedanken, eine neue Sportart zu erfinden, um mich darin zumindest ein paar Jahre lang selbst zum Meister küren zu können. Zu Ende gesponnen habe ich aber keine dieser Ideen. Andere Menschen scheinen da sehr viel konsequenter zu sein. Wie zum Beispiel der Österreicher Otto Eder. Ihm haben wir die “innovative Sportart” Skiken zu verdanken. Wie bereits der Freecross eine Innovation, die die Welt nicht braucht und die sich hoffentlich nicht durchsetzen wird! (weiterlesen…)

Die Jünger des Dr. Do Ping

Montag, 18. Mai 2009

SpritzeSonntag ist anscheinend Fahrradtag. Jedenfalls waren gestern, an einem sonnigen, vielleicht sogar etwas zu warmen Maisonntag, außergewöhnlich viele Radler unterwegs. Auf meiner Laufstrecke waren es vor allem die typischen vierköpfigen Familien, die die Grenzen der Physik überwanden: Muss ein Fahrrad nicht eine bestimmte Mindestgeschwindigkeit erreichen, um nicht umzufallen? Beim Überholen sollte man also etwas darauf achten, dass einem die Kleinen nicht zwischen die Beine fallen, aber ansonsten stören die Vier nicht weiter. Eigentlich wollte ich Mama und Papa noch fragen, wie das eigentlich mit der Vorbildfunktion aussieht, wenn sie das Haupthaar im Wind wehen lassen, während der Nachwuchs mit Helm unterwegs ist. Aber ich stoße gerade selbst an gewisse Grenzen, weil ich meine unglaubliche Masse auf wahnsinnige Geschwindigkeiten beschleunige – Tempotraining macht Spaß! Als ich mit rasselndem Atem unüberhörbar an den Vieren vorbeischnaufe, schauen die Kleinen besorgt, und Papas letzter Funken Radfahrerstolz blitzt auf. In seiner Ehre gekränkt tritt er kurz an, nur um von Mama energisch zurückgepfiffen zu werden. Vom Läufer überholt und von der Ehefrau zurückbeordert – die Demütigung wird er am Abend in sechs Bier ertränken müssen. Ich peile die nächste Vierergruppe an. (weiterlesen…)

Nordic Walking auf Rädern

Mittwoch, 6. Mai 2009

Immer wenn man denkt, man hätte alles gesehen, wird man eines Besseren belehrt. So wies mich eine Leserin in den Kommentaren zum Artikel über die unsäglichen FitFlops auf den “Freecross” hin. Ein Crosstrainer für draußen. Auf Rädern! Mit Gangschaltung! Die neue Dimension der Bewegungsvermeidung! Liebe FreeCross GmbH – Crosstrainer für draußen gibt es schon. So etwas nennt man, je nach Jahreszeit, Skilanglauf oder auch Nordic Walking. (weiterlesen…)

Fit oder Flop?

Montag, 4. Mai 2009

FlipFlopsIch bin bereit, jede Wette zu halten: Der heißeste Trend dieses Sommers an Damenfüßen werden FitFlops sein. Und spätestens im nächsten Jahr werden dann auch die Männerfüße erobert werden. Schon in wenigen Wochen werden FitFlops die Füße aller Frauen zieren, die auch nur ein klein wenig auf sich halten. Nur Stümper werden sie für ordinäre FlipFlops halten, die von Männern gerne auch schlicht Badelatschen oder Adiletten genannt werden. In Großbritannien entwickelt, scheinen FitFlops derzeit der Renner in den USA zu sein. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Renaissance der Duschsandale auch uns erreichen wird. Schon jetzt befassen sich erste Blogs und andere Seiten mit dem Schuhtrend. Und kaufen kann man sie natürlich auch schon. (weiterlesen…)


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