Artikel-Schlagworte: „Motivation“

Eins

Dienstag, 26. Januar 2010

LuftballonsAls unverbesserlicher Geburtstags- und Hochzeitstagsvergesser habe ich selbstverständlich auch mein gestriges Blogjubiläum geflissentlich ignoriert. Den Begriff “Geburtstag” vermeide ich in Zusammenhang bewusst – denn der Tag, an dem ein Blog sich selbst mit Inhalten zu befüllen oder gar Fortpflanzungsstrategien zu entwickeln beginnt, wird der Tag sein, an dem ich den Kampf gegen die Maschinen aufnehme! Gestern vor einem Jahr also habe ich meinen ersten Eintrag für dieses Blog verfasst. Dass die Rückschau nicht zu meinen Stärken zählt, habe ich bereits in epischer Breite dargelegt – aber ich hatte einfach Lust dazu, eben diesen ersten Artikel noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als leidgeprüftes Kommunikationsseminaropfer stellte ich seinerzeit eingangs drei – selbstverständlich rhetorische – Fragen, die ich heute noch einmal aufgreifen möchte. (weiterlesen…)

Wintertraining

Freitag, 11. Dezember 2009

Das Michelin MännchenDraußen ist es kalt, es regnet, und ich habe auch die eine oder andere Schneeflocke gesehen. Nicht mein Laufwetter! Ich habe keine Lust, mich dick einzupacken und auszusehen wie der Marshmallow-Man oder das Michelin-Männchen, nur um trotzdem triefend nass zu werden und kalte Füße zu bekommen. Vielleicht habe ich bisher einfach nur noch nicht die optimale Laufjacke gefunden – obwohl ich bereits etliche Euro in allerfeinste High-Tech-Fasern investiert habe. Die versprechen aber sehr viel mehr, als sie halten. Die unteren Abschnitte meiner oberen Extremitäten neigen nämlich zu verstärkter Transpiration. Ich schwitze also an den Unterarmen wie die Sau. Im Sommer – mit kurzen oder gar keinen Ärmeln – ist das überhaupt kein Problem: Da spritzt die Plörre bei jeder Armbewegung einfach weg und malt Rohrschachttests auf den Asphalt. Im Winter aber – unter Fleece oder Windstopper und wie sie alle heißen mögen – sammelt sich die Suppe in den Ärmeln der Jacke. So lange man die Unterarme annähernd waagerecht hält, wie das ja beim Laufen meist der Fall ist, merkt man das eigentlich nicht. Aber wehe, man fummelt nach dem Lauf in der Gesäßtasche herum, um den Haustürschlüssel zu finden: Dann schießt die Suppe mit einem Schwall in die Tights und bahnt sich ihren Weg durch die Crena ani. Während man die andere Hand locker an der Seite baumeln lässt, tropft dort der Schweiß vom Ärmelbündchen direkt in den Laufschuh. (weiterlesen…)

Von glücklichen Antilopen und unglücklichen Löwen

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Warnhinweis: Dieser Artikel enthält keine Bilder von unbedeckten, rasierten weiblichen Körperteilen, ist darüber hinaus auch noch ziemlich lang und deshalb für schlichte Gemüter denkbar ungeeignet. Er entfaltet seinen ganzen Charme erst dann, wenn man ihn vollständig und bis zum Ende liest.

Antilopen und LöwenUnsere monatliche Dosis Hochglanzlaufen, die Runner’s World, feiert in ihrer November-Ausgabe das Buch “Laufen: Geschichte einer Leidenschaft von Bernd Heinrich als eins der drei besten Laufbücher. Grund genug für mich, diesen rund 350 Seiten dicken Schmöker, der schon seit mehreren Jahren ungelesen in einem Regal Staub sammelte, endlich einmal aufzuschlagen. Wochen später liegt das Lesezeichen immer noch zwischen den Seiten 28 und 29. Das spricht nicht eben für das Werk – ein Buch, das mich fesselt, lese ich üblicherweise innerhalb weniger Tage durch. Andererseits sind Heinrichs Ausführungen auch nicht langweilig genug, um das Buch endgültig in der zweiten Reihe des Bücherregals in Vergessenheit geraten zu lassen. Dort wäre es in bester Gesellschaft gewesen und hätte neben “Der Herr der Ringe – dem wohl langweiligsten Werk der Literaturgeschichte – einen würdigen Platz einnehmen können. Möglicherweise komme ich aber auch deshalb nicht so recht weiter, weil auf Seite 21 ein unbekannter Läufer mit folgenden Worten zitiert wird: (weiterlesen…)

Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

Mittwoch, 11. November 2009

Gibt es ein Leben nach dem Marathon?

Auf Holz klopfenIch kenne mich selbst ja nun schon seit einigen Jahren. Und weil ich mich so gut kenne, befürchtete ich, nach dem Marathon in ein tiefes, schwarzes Motivationsloch zu fallen. Die Versuchung, mich nach dem Erreichen des großen Ziels einfach mal ein paar Monate dem süßen Müßiggang hinzugeben, erschien mir doch recht verlockend. Dass diese Faulenz-Phase genau in eine kritische Jahreszeit fallen würde – denn die Weihnachtszeit macht ja bekanntlich Hintern breit –, war mir sehr wohl bewusst. Tief in meinem Inneren hatte ich mich bereits mit einigen Kilogramm zusätzlichen Hüftgolds arrangiert. Und im Januar hätte ich dann – gute Neujahrsvorsätze in die Tat umsetzend – den alten Einsteiger-Trainingsplan herausgesucht und mich mühsam über die ersten drei oder vier Kilometer gequält. Ewiger Anfänger eben. Den Kampf gegen die bevorstehende Motivationskrise hatte ich schon aufgegeben, bevor mir der innere Schweinehund überhaupt den Krieg erklärt hatte. Dann war es eben eine sich selbst erfüllende Prophezeiung – ich hatte mir eine Pause mehr als redlich verdient. (weiterlesen…)

Equinox

Mittwoch, 23. September 2009

Celestial EquatorWenn man der internationalen Sammelstelle für mehr oder minder gesundes Halbwissen – im Volksmund auch Wikipedia genannt – Glauben schenken darf, betrug gestern um 23:18 Uhr die scheinbare geozentrische ekliptikale Länge der Sonne genau 180°. »Fragewort mit zwei Buchstaben: Hä?« Die Sonne durchschritt den Himmelsäquator von Norden nach Süden. »Erklär mir das bitte nochmal als wäre ich 4 Jahre alt!« Man nennt das auch Herbst-Tagundnachtgleiche, oder in gepflegtem Latein: Sekundar-Äquinoktium. »Ja nee, is klar!« Die Tage sind jetzt für ein halbes Jahr kürzer als die Nächte. »Krass!« Rein astronomisch betrachtet hat also der Herbst begonnen. »Juhu!« Du freust Dich auf den Herbst? »Nein, ich habe endlich verstanden, worum es geht…« (weiterlesen…)

Anleitung zum Unglücklichsein

Samstag, 19. September 2009

FußVor fast acht Monaten verfasste ich den ersten Eintrag in diesem Blog. Damals plante ich, auch und vor allem die “hässliche Fratze” des Laufens zu zeigen. Von zermürbenden Dialogen mit dem inneren Schweinehund wollte ich berichten. Über die unmenschlichen Qualen knallharter Trainingseinheiten wollte ich schreiben. Ausbleibende Erfolge und zunehmende Frustration wollte ich beklagen. Motivationslöcher, Krankheiten und Verletzungen wollte ich als ständige und lästige Begleiter des Läufers enttarnen. Von Blut, Schweiß und Tränen sollte dieses Blog handeln und so die allgegenwärtigen Lobgesänge auf das Laufen karikieren. Aber erstens kommt es anders, als man zweitens meistens denkt! Und wenn Du denkst Du denkst dann denkst Du nur Du denkst… (weiterlesen…)

Das Salz in der Suppe

Sonntag, 26. Juli 2009

KochbücherIn mancher Hinsicht ähnelt das Laufen dem Kochen: Um ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen, braucht man etwas Zeit, reichlich Geduld, gute Zutaten und viel Liebe zum Detail. So wie man Tag für Tag und Woche für Woche das gleiche, erprobte Gericht kochen könnte, kann man natürlich auch Tag für Tag und Woche für Woche eine bekannte Strecke im gewohnten Tempo laufen. Und so wie das immer gleiche Gericht einigermaßen wohlschmeckend und sättigend sein wird, wird auch der immer gleiche Lauf leidlich Spaß machen und für einen ausreichenden Trainingseffekt sorgen. Bewährtes muss zwar nicht schlecht sein, bietet aber Spielraum für Verbesserungen: Etwas Abwechslung und Experimentierfreude können den Gaumen erfreuen und den Körper besser mit dem Notwendigen versorgen. Und im Laufalltag versprechen Variation und Ablegen von Gewohnheiten mehr Spaß und effektiveres Training. (weiterlesen…)

Ambivalenz

Sonntag, 12. Juli 2009

Ich komme nach hause, hänge den Schlüssel ans Brett und streife die Schuhe von den Füßen. War ich gerade laufen? Ich bin von Kopf bis Fuß in Funktionstextilien gehüllt und ziemlich verschwitzt, das würde dafür sprechen. Aber sonst deutet absolut nichts darauf hin, dass ich gerade 90 Minuten Sport getrieben habe. Ich fühle mich weder erschöpft noch erfrischt. Ich habe nichts dagegen, mich nach einem ordentlichen Training nur mit Mühe die Treppe hinauf schleppen zu können. Im Idealfall fühle ich mich trotzdem gut erholt. Oder zumindest eins von beiden: erschöpft oder erfrischt. Aber heute fühle ich im wesentlichen gar nichts. Es ist, als wäre ich gar nicht draußen gewesen. Aber das kleine technische Wunderwerk an meinem Handgelenk hat eine Trainingseinheit aufgezeichnet – und von den reinen Zahlen her sieht die auch eigentlich recht ansprechend aus. Trotzdem bleibt eine unbefriedigende Leere zurück. (weiterlesen…)

Homo faber. Eine kurze Geschichte vom Laufen.

Dienstag, 12. Mai 2009

In den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts drückt ein Heranwachsender die Schulbank. Im Großen und Ganzen geht er gerne zur Schule, und gegen Ende des Jahrzehnts wird er die Reifeprüfung mit einer sehr guten Note abschließen. Mathematik, Physik und das gerade erst eingeführte – noch mit dem Hauch des exotischen behaftete und belächelte – Fach Informatik begeistern ihn besonders. Den Deutschunterricht hasst er. Was rückblickend weniger auf die bearbeiteten Werke, als vielmehr auf den Hang seiner Pädagoginnen zu romantisch verklärter Überinterpretation selbst banaler Texte zurückzuführen sein dürfte. Als naturwissenschaftlich veranlagtem Menschen gelingen ihm zwar nüchterne Analysen, ausschweifende Formulierungen sind seine Sache aber nicht – “Die Arbeit enthält trotz aller Kürze alles Wesentliche, deshalb gerade noch Ausreichend”, ist oft unter seinen Ausführungen zu lesen. Ein im Unterricht diskutiertes Buch muss deshalb schon außergewöhnlich sein, um sein Interesse zu wecken. Schweizer Autoren scheinen es ihm besonders angetan zu haben, und noch mehr als zwei Jahrzehnte später wird er immer wieder gerne in Friedrich Dürrenmatts “Die Physiker” oder in “Homo faber” von Max Frisch blättern. (weiterlesen…)

Dehnsüchte

Donnerstag, 26. Februar 2009

Ich gebe es zu: Ich bin ein Dehnmuffel. Obwohl ich mich ab und zu mit Shin Splints herumärgere und mir eine Plantarfasziitis schon ein paar Monate Trainingspause beschert hat, bin ich dehnfaul. Dabei ist es unstrittig, dass regelmäßige Dehnübungen helfen können, Verletzungen vorzubeugen – aber mir fällt es schwer, mich nach dem Laufen noch zum Dehnen zu motivieren. Deshalb bin ich diesbezüglich für jede Motivationshilfe dankbar.

Obwohl ich persönlich den Nutzen von jogmap nicht sehe und es deshalb nicht nutze, und obwohl der “jogmap Laufcoach” Christoph Friebel für mich nicht gerade ein Sympathieträger ist, nutze ich regelmäßig Folge 3 aus dem jogmap Trainingspodcast: Dehnung – zehn Minuten laufspezifisches Dehnungsprogramm.

Mir hilft das Programm, mich nach (fast) jedem Lauf zum Dehnen zu motivieren. Und seit ich regelmäßiger dehne, habe ich deutlich weniger mit den eingangs erwähnten Problemen zu kämpfen…


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