Artikel-Schlagworte: „München“

München ist überall

Donnerstag, 21. Januar 2010

FlugticketWährend die Diskussion um die Sicherheitspanne am Münchner Flughafen hoch und höher kocht, wird mir klar, dass ich selbst nur wenige Tage vorher ein ähnliches Chaos am Flughafen Köln/Bonn hätte auslösen können. Genau genommen wurde ich sogar aufgefordert, mich wie der immer noch unbekannte Mann am Münchner Flughafen zu verhalten. Es handelt sich also keineswegs um ein Münchner Problem, auch nicht um ein Bayrisches, sondern mindestens um ein bundes-, wenn nicht gar weltweites. Als Passagier fällt es mir schwer genug, die diversen Bestimmungen nicht als schikanös zu empfinden, sondern als unser aller Sicherheit dienend zu akzeptieren. Wenn ich dann aber hören und lesen muss, dass diese unsere Sicherheit privaten Dienstleistern anvertraut wird, die ihr Personal bestenfalls unzureichend schulen und noch schlechter bezahlen, steigt in mir die Wut auf. Was muss denn passieren, bevor den Verantwortlichen klar wird, dass hier am völlig falschen Ende gespart wird? Ich für meinen Teil zahle lieber ein wenig mehr für das Flugticket, wenn ich dafür davon ausgehen darf, dass meine Sicherheit ernst genommen wird. München ist kein Einzelfall! (weiterlesen…)

Die Deutsche Bahn. Unendliche Rätsel.

Montag, 7. Dezember 2009

Wir befinden uns in der Gegenwart. Dies sind die Abenteuer eines Reisenden, der nur wenige Kilometer von der Heimat entfernt ist, aber eine neue Welt entdeckt, eine unbekannte Sprache und vielerlei Ungereimtheiten. Er dringt dabei in Paradoxien vor, die noch nie ein Mensch zuvor verstanden hat.

In meinem bequemen Sessel muss ich kurz eingedöst sein. Kehliges Krächzen aus den Bordlautsprechern weckt mich. Klingonisch! Dabei ist die vordere Sensorenphalanx noch nicht vollständig rekalibriert. Aus dem Schlaf hochschreckend kann ich gerade noch “Auf den Schirm!” und “Alle Energie auf die Schilde umleiten!” rufen, bevor die letzten Laute wieder der Stille in der Kabine weichen: “(…) wie will bie ärreifft aschawwebursch. ssenck ju vor träwwelling wiss deutsche bahn ent gutt bei.” Glück gehabt! Doch kein Klingone – nur ein Hassianer der sich in der Amtssprache der Schienenflotte versucht. Debeïsch klingt ein wenig, aber eben nicht genau wie Englisch, hat mit der Weltsprache aber ansonsten wenig gemein. Bis zum Beweis des Gegenteils ist zwar davon auszugehen, dass die Offiziere der Schienenflotte es mit Reisenden, die der Landessprache unkundig sind, gut meinen; es darf aber bezweifelt werden, dass es tatsächlich Menschen gibt, denen dieses heruntergerasselte Kauderwelsch mehr sagt als ein klar und deutlich ausgesprochener Deutscher Satz. Die einzig wirklich wichtige Information – nämlich der Name des nächsten Haltepunkts – geht im eilig aufgesagten Pidginenglischen Satz unter. “A-schaffen-burg”, nicke ich dem Menschen anscheinend Indischer Herkunft freundlich zu, als er sich hilfesuchend im Waggon umblickt. Das scheint ihn zu beruhigen. Ich hoffe, er hat das als den Namen der Stadt verstanden – oder gibt es in Hindi ein ähnlich klingendes Wort, das ihm Angst eingejagt hat? (weiterlesen…)

Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

Mittwoch, 11. November 2009

Gibt es ein Leben nach dem Marathon?

Auf Holz klopfenIch kenne mich selbst ja nun schon seit einigen Jahren. Und weil ich mich so gut kenne, befürchtete ich, nach dem Marathon in ein tiefes, schwarzes Motivationsloch zu fallen. Die Versuchung, mich nach dem Erreichen des großen Ziels einfach mal ein paar Monate dem süßen Müßiggang hinzugeben, erschien mir doch recht verlockend. Dass diese Faulenz-Phase genau in eine kritische Jahreszeit fallen würde – denn die Weihnachtszeit macht ja bekanntlich Hintern breit –, war mir sehr wohl bewusst. Tief in meinem Inneren hatte ich mich bereits mit einigen Kilogramm zusätzlichen Hüftgolds arrangiert. Und im Januar hätte ich dann – gute Neujahrsvorsätze in die Tat umsetzend – den alten Einsteiger-Trainingsplan herausgesucht und mich mühsam über die ersten drei oder vier Kilometer gequält. Ewiger Anfänger eben. Den Kampf gegen die bevorstehende Motivationskrise hatte ich schon aufgegeben, bevor mir der innere Schweinehund überhaupt den Krieg erklärt hatte. Dann war es eben eine sich selbst erfüllende Prophezeiung – ich hatte mir eine Pause mehr als redlich verdient. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (3)

Donnerstag, 5. November 2009
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Im Olympiastadion

Olympia-SchwimmhalleIrgendetwas stimmt hier nicht. Der Vier-Stunden-Zielzeitläufer ist weit vor mir, aber meine Uhr zeigt bei 40 Kilometern nicht mal 3:45 Stunden. Toller Zugläufer, der seine Meute unter der Vorgabe ins Ziel hetzt. Ich bin schon längst wieder auf dem Olympiagelände von 1972 unterwegs, bezeichnenderweise auf dem Spiridon-Louis-Ring – benannt nach dem Sieger des ersten olympischen Marathonlaufs. Ich lege einen relativ schnellen, wenngleich harten 41. Kilometer hin. Durch ein Megafon verkündet jemand mit monotoner, langsamer, getragener Stimme: “Nur noch 1100 Meter. Nur noch bergab.” Immer und immer wieder sagt er es, und tatsächlich, die Suggestion bewirkt, dass ich wirklich glaube, bergab zu laufen. Rechts von mir türmt sich das Olympiastadion auf. Von irgendwoher dröhnt laute Diskomusik. Die Strecke knickt nach rechts ab. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (2)

Donnerstag, 5. November 2009
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Nach hause – telefonieren

München Marathon 2009Zwischen Kilometer 18 und 19 liegt der vermeintlich kritischste Teil der Strecke – von hier aus kann ich mein Büro fast sehen, bis nach hause wären es nur wenige Minuten Fußweg. Während ich aber so durch Oberföhring trabe, verschwende ich daran keinen Gedanken. Die leichte Steigung auf dem Rückweg durch Bogenhausen ist mit dem Auge kaum wahrnehmbar, dafür aber in den Beinen um so deutlicher zu spüren. Zudem ist die Strecke hier unheimlich eintönig, an der breiten Straße verlieren sich die wenigen Zuschauer. Dafür motiviert die Halbmarathonmarke ungemein, ein Blick auf die Uhr noch mehr: Ich liege mehr als 90 Sekunden unter meiner Vorgabe. Nur noch ein Halber, und es ist vollbracht. So langsam beginnt mich aber die Streckenführung zu nerven: München hat nun wahrlich schönere Ecken zu bieten als die A94, den Straßenbahn-Betriebshof, die S-Bahn-Stammstrecke und Gewerbegebiete. (weiterlesen…)

Der Krampf geht – das Grinsen bleibt (1)

Donnerstag, 5. November 2009
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Der München Marathon 2009

München Marathon 2009 StartIm Herbst des Jahres 2005 machte ich einen Studenten glücklich, als ich ihm meine Startnummer für den Frankfurt Marathon überließ. Aufgrund einer Verletzung musste ich damals die Vorbereitung abbrechen. Fast genau drei Jahre später verhinderte wieder eine Verletzung meinen Start beim Köln Marathon 2008, die Startnummer wurde nie abgeholt. Dazwischen, in den Jahren 2006 und 2007, verschwendete ich keinen einzigen Gedanken an einen Marathonstart, weil ich entweder verletzt oder völlig außer Form oder beides war. Als ich dann vor knapp vier Wochen, am Freitag vor dem München Marathon, meine Startunterlagen im Olympiapark abholte, war ich also schon weiter gekommen als jemals zuvor. Allein diese Tatsache zauberte vermutlich schon ein Lächeln in meine vom harten Training verzerrte Fratze. (weiterlesen…)

Die Drei Fragen

Dienstag, 3. November 2009

FragezeichenDie geneigte Leserin und der geneigte Leser warten hoffentlich immer noch gespannt auf meinen Bericht zum München Marathon 2009. Aber als mein Endorphinspiegel endlich wieder ein Niveau erreicht hatte, auf dem ich halbwegs sinnvolle und zusammenhängende Sätze ohne übermäßigen Gebrauch der Worte “Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke!” zu bilden, wurde die Erzählung allerdings ein wenig zu lang und verlangte nach einer sinnvollen Unterteilung. Aus Musikalben werden ja auch Singles ausgekoppelt. Als kleinen Appetitmacher auf den noch zu veröffentlichenden Artikel hier also ein paar Randgedanken. Denn es gibt drei Fragen, die das Läuferleben nicht nur begleiten, sondern es über mehrere Ebenen hinweg regelrecht durchdringen: (weiterlesen…)

Anleitung zum Unglücklichsein

Samstag, 19. September 2009

FußVor fast acht Monaten verfasste ich den ersten Eintrag in diesem Blog. Damals plante ich, auch und vor allem die “hässliche Fratze” des Laufens zu zeigen. Von zermürbenden Dialogen mit dem inneren Schweinehund wollte ich berichten. Über die unmenschlichen Qualen knallharter Trainingseinheiten wollte ich schreiben. Ausbleibende Erfolge und zunehmende Frustration wollte ich beklagen. Motivationslöcher, Krankheiten und Verletzungen wollte ich als ständige und lästige Begleiter des Läufers enttarnen. Von Blut, Schweiß und Tränen sollte dieses Blog handeln und so die allgegenwärtigen Lobgesänge auf das Laufen karikieren. Aber erstens kommt es anders, als man zweitens meistens denkt! Und wenn Du denkst Du denkst dann denkst Du nur Du denkst… (weiterlesen…)

Nordic Everything

Freitag, 11. September 2009

Nordic WalkingIch bin umzingelt! Rund um mein Heimatdorf enden überdurchschnittlich viele Ortsnamen auf die Silbe –ing: Erding, Freising, Garching und Ismaning, um nur ein paar wenige zu nennen. Zu den kuriosesten Gemeindenamen dürfte zweifelsfrei Poing zählen, das tatsächlich in zwei Silben ausgesprochen wird – also weniger wie das Geräusch einer auf Parkettboden fallenden Münze klingt, sondern vielmehr so, als hätten die Einwohner von Arsching es satt gehabt, ständig gehänselt zu werden. Oder so, als spräche Anja Kohl von der poerse im Ersten über einen großen amerikanischen Flugzeughersteller. Eigentlich verwundert es da nicht, dass gefühlt die Hälfte aller Dorfbewohner einen Sport ausüben, der ebenfalls auf –ing endet: Nordic Walking oder eine seiner zahlreichen Spielarten. Wie wenig Grenzen der menschlichen Fantasie gesetzt sind, wurde mir jüngst während eines einzigen und nicht einmal all zu langen Laufs vor Augen geführt. (weiterlesen…)

Und es war Sommer

Donnerstag, 3. September 2009

"Augustus Bevilacqua"-Büste, Münchner GlyptothekDer im Freistaat Bayern lebende Mensch – der deshalb nicht unbedingt ein Bayer sein muss – betrachtet den Sommermonat August mit gemischten Gefühlen. Einmal davon abgesehen, dass er oft genug den typisch-bayrischen weiß-blauen Himmel zeigt und angenehm warme Temperaturen mitbringt, beschert er den meisten Gemeinden mit Mariä Himmelfahrt am 15. des Monats einen im übrigen Deutschland praktisch unbekannten Feiertag – und den Augsburgern mit ihrem Friedensfest am 8. sogar noch einen weiteren, sehr exklusiven. Für schulpflichtige Kinder und deren Eltern bedeutet der August vor allem eins: Endlich Ferien! Denn Bayern beendet das Schuljahr traditionell als letztes Bundesland. Dass die ein bis zwei Bonus-Feiertage ausgerechnet im Hauptferienmonat liegen müssen, bietet natürlich auch einen Grund ordentlich zu grantln. Die Ferien spülen zudem selbstverständlich jede Menge Touristen in den Freistaat und vor allem in seine Landeshauptstadt. Und auch über die Saupreissn, die japanischen, oder die Mistpreissn, die italienischen, oder generell die Preissn aus aller Welt, die damischen, lässt sich freilich trefflich schimpfen. Zu allem Überfluss trägt der August auch noch den Namen eines römischen Kaisers, eines fiesen Eroberers und Besatzers, eines Mistpreissn, eines römischen eben. Und um die Sammlung nutzlosen Wissens zu komplettieren: In Nicht-Schaltjahren beginnt kein anderer Monat mit dem gleichen Wochentag wie der August. Erschütternd, nicht wahr? (weiterlesen…)


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