Artikel-Schlagworte: „München“

Und es war Sommer

Donnerstag, 3. September 2009

"Augustus Bevilacqua"-Büste, Münchner GlyptothekDer im Freistaat Bayern lebende Mensch – der deshalb nicht unbedingt ein Bayer sein muss – betrachtet den Sommermonat August mit gemischten Gefühlen. Einmal davon abgesehen, dass er oft genug den typisch-bayrischen weiß-blauen Himmel zeigt und angenehm warme Temperaturen mitbringt, beschert er den meisten Gemeinden mit Mariä Himmelfahrt am 15. des Monats einen im übrigen Deutschland praktisch unbekannten Feiertag – und den Augsburgern mit ihrem Friedensfest am 8. sogar noch einen weiteren, sehr exklusiven. Für schulpflichtige Kinder und deren Eltern bedeutet der August vor allem eins: Endlich Ferien! Denn Bayern beendet das Schuljahr traditionell als letztes Bundesland. Dass die ein bis zwei Bonus-Feiertage ausgerechnet im Hauptferienmonat liegen müssen, bietet natürlich auch einen Grund ordentlich zu grantln. Die Ferien spülen zudem selbstverständlich jede Menge Touristen in den Freistaat und vor allem in seine Landeshauptstadt. Und auch über die Saupreissn, die japanischen, oder die Mistpreissn, die italienischen, oder generell die Preissn aus aller Welt, die damischen, lässt sich freilich trefflich schimpfen. Zu allem Überfluss trägt der August auch noch den Namen eines römischen Kaisers, eines fiesen Eroberers und Besatzers, eines Mistpreissn, eines römischen eben. Und um die Sammlung nutzlosen Wissens zu komplettieren: In Nicht-Schaltjahren beginnt kein anderer Monat mit dem gleichen Wochentag wie der August. Erschütternd, nicht wahr? (weiterlesen…)

Ich will alles. Und ich will es jetzt.

Sonntag, 30. August 2009

I’m a man with a one track mind
so much to do in one life time
not a man for compromise
and wheres and whys and living lies
(Queen)

Im Großen und Ganzen bin ich recht froh darüber, mir zumindest ein kleines Stück meines kindlichen Gemüts bewahrt zu haben. Und ich habe vor, dieses Kind im Mann weiterhin zu hegen und zu pflegen – auch wenn das Rotzblag mitunter ganz schön anstrengend sein kann. “Ich will aber!” – das ist sein Lieblingssatz. “Paradoxon” dagegen kommt in seinem Wortschatz überhaupt nicht vor. Widersprüche aufzulösen überlässt es nur zu gerne meinem erwachsenen Ich. Und das stand gestern vor einer klassischen Wettkampf-oder-Training-Kontradiktion (WoT-K), einem Dilemma, das dem einen oder anderen Leser bekannt vorkommen könnte. (weiterlesen…)

Panierte Schnitzel sind die Helden des Herbsts

Freitag, 21. August 2009

SonnigIch mag den Sommer, den Stammleserinnen und -lesern dieses Blogs wird das vermutlich nicht entgangen sein. Blauer Himmel und Sonnenschein heben meine Stimmung deutlich, und ich bilde mir ein, dass es vielen anderen Menschen genau so geht. Sommer und Sonne führen allerdings selbst in unseren Breiten zu Wärme oder Hitze – aber beide sind mir persönlich lieber als winterliche Kälte. Meteorologisch-klimatologisch betrachtet spricht man ab einer Tageshöchsttemperatur von 25° C von einem Sommertag, ab 30° C wird auch von einem Heißen Tag gesprochen. In München, der einzigen Stadt, für die ich entsprechende Zahlen gefunden habe, kann man in einem durchschnittlichen Jahr mit etwa 54 Sommertagen und etwa 13 Heißen Tagen rechnen. Zum Vergleich: Durchschnittlich sinken dort an 61 Tagen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt (Frosttag), an 21 dieser Tage wird es auch nicht wärmer (Eistag). (weiterlesen…)

Der ewige Anfänger bei den Hessen

Sonntag, 5. Juli 2009

Wir befinden uns im Jahre 2009 n. Chr. Ganz Deutschland stöhnt unter der Tropenhitze. Ganz Deutschland? Nein! Ein unbeugsamer Läufer hört nicht auf, der Hitze Widerstand zu leisten. Er genießt seinen Lauf unter sengender Sonne in Mogontiacum sogar sehr. Im nahen Aquae Mattiacorum sind die eingeborenen Barbaren allerdings gar nicht nett zu ihm. Dabei ist er der Landessprache durchaus mächtig. So kennt er zum Beispiel die Bedeutung des Worts “hibbelisch”… (weiterlesen…)

Lampropeltis triangulum munichensis

Sonntag, 28. Juni 2009

DreiecksnatterAlles so schön orange hier

Leider wird es keine Luftaufnahmen vom 31. Münchner Stadtlauf geben. Aus großer Höhe betrachtet muss die Veranstaltung aber verblüffende Ähnlichkeit mit einer Dreiecksnatter (Lampropeltis triangulum) gehabt haben: Eine Schlange aus rund 13.000 Menschen in orangefarbenen Laufshirts mit ein paar schwarzen und weißen Tupfen wälzt sich durch die grüne Lunge Münchens, den Englischen Garten. Wir Läufer sind schon ein merkwürdiges Völkchen: Viele von uns sind ausgeprägte Individualisten, aber für einen halbwegs attraktiven Wettkampf lassen sich Tausende in eine Uniform zwängen, deren Farbgebung zumindest einmal unter den Begriff “gewöhnungsbedürftig” fällt. Vermutlich haben heute die Rot- und Grünrezeptoren auf meinen Netzhäuten nicht unerhebliche Abnutzungsschäden erlitten – ich werde mich jedenfalls sicherheitshalber für eine Weile von orangefarbenen Dingen fernhalten. (weiterlesen…)

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

Mittwoch, 24. Juni 2009

Laufshirt 31. Münchner StadtlaufDie Oberschenkel sind schwer wie Blei. Die Knie fühlen sich irgendwie schwergängig an. Die Waden sind bretthart. Unter den Fußsohlen kündigt ein leises Stechen Probleme mit der Plantarsehne an. Und all das nach einer Woche mit reduziertem Trainingsumfang und deutlich heruntergefahrener Intensität. Weniger Training ist also auch keine Lösung! Obwohl die sintflutartigen Regenfälle hier im Südosten es dem Läufer zur Zeit wirklich leicht machen, sich über jede Pause zu freuen. Eine Reduktionswoche deutet entweder auf ein Problem hin – aber wie die einleitenden Sätze zeigen, ist ja alles in bester Ordnung – oder auf einen bevorstehenden Wettkampf. Der ewige Anfänger möchte also wieder einmal seine Leistungsfähigkeit testen – vermutlich zum letzten mal in diesem Jahr auf der “Halbdistanz”.

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Yip-yip-yip-yip

Sonntag, 24. Mai 2009

olympiapark_muenchen_hanns-braun-brueckeIch war auf Der Anderen Seite. Ich musste Dinge ansehen, die ich nie mehr sehen möchte. Ich habe Worte gehört, die ich nie mehr hören möchte. Menschliche Abgründe offenbarten sich mir. Ich tat Dinge, die ich nicht mehr tun möchte. Und ich kann jetzt Marsianisch. (weiterlesen…)

Parkspaziergang bei Kaiserwetter

Samstag, 23. Mai 2009

Münchner-Kindl-Lauf StartZur Zeit ist alles ganz einfach. Ich ziehe mir die Schuhe an und laufe – ganz selbstverständlich, ohne darüber nachzudenken. Motivationsprobleme sind aktuell kein Thema. Der Innere Schweinehund hat Sommerpause. Fast fühlt es sich so an, als ob nicht ich laufe, sondern als ob es mich läuft. Was immer “es” auch sein mag. Will ich eigentlich noch laufen? Oder muss ich es mittlerweile schon? Wenn das Wetter so herrlich ist wie heute, dann muss ich… (weiterlesen…)

Seitenwechsel

Freitag, 22. Mai 2009

Mainz Marathon 2009 - Vor dem StartDie Vorfreude auf ein Wochenende ganz im Zeichen des Sports hellt meine Stimmung am trüben und verregneten Freitagmorgen etwas auf. Am Samstag werde ich den ersten – und vermutlich auch einzigen – Zehner für dieses Jahr unter die Füße nehmen. Zehn-Kilometer-Läufe sind meine Sache eigentlich nicht: Man kann sich keine Zeit nehmen, um ins Rennen zu finden – dazu sind sie zu kurz. Andererseits kann man auch nicht die ganze Zeit Vollgas geben – dazu sind sie zu lang. Typischerweise fange ich schwach an und baue dann stark ab: Nach 500 Metern ist der Puls auf 170 und bleibt die nächsten neun Kilometer dort. Ich stolpere in feinster Emil Zátopek Manier – nicht so schnell, aber genau so Mitleid erregend – der Zielgeraden entgegen, auf der ich nochmal richtig Gas geben will, statt dessen aber erbärmlich einbreche. Zwischendurch, etwa bei Kilometer 7, ereilt mich üblicherweise eine schwere Sinnkrise, während meine Zunge über den Asphalt schleift. Warum also tue ich mir das morgen an? (weiterlesen…)


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