Wer schon einmal das Teilnehmerfeld einer größeren Laufveranstaltung vor sich her getrieben hat, der hat auch sie schon gesehen: Läuferinnen und Läufer, die auf ihren Funktionsoberteilen mehr oder minder sinnhaltige Parolen mehr oder minder politischen oder weltanschaulichen Inhalts öffentlich zur Schau stellen. “Ich laufe für die Einführung der parlamentarischen Demokratie im Staat Vatikanstadt!”, dürfen wir da beispielsweise lesen. Oder auch: “Ich laufe gegen die Zweckentfremdung der Top-Level-Domain von Tuvalu!” Beliebt sind auch militant-vegane, dafür mitunter aber geistreiche Sprüche der Art: “Ich laufe gegen Tierquälerei! Und weil Du ein Fleischfresser bist, siehst Du mich nur von hinten!” Sehen wir einmal davon ab, dass jeder Mensch, der seine Sinne auch nur halbwegs beisammen hat, viele dieser Forderungen sofort unterschreiben würde: Niemand, der noch bei Trost ist, würde sich etwa dem Ruf nach Achtung der Menschenrechte in – zum Beispiel – China verschließen. Trotzdem bleibt ein sogenannter Wettkampf ein denkbar ungeeignetes Forum für derlei Aussagen. (weiterlesen…)




