Laufen trainiert neben vielen anderen Muskeln auch den Musculus Gastrocnemius. Das ist gut so. Allerdings scheint bei mir ausschließlich der zweiköpfige Wadenmuskel Trainingsreize zu empfangen. Möglicherweise hat das mit genetischer Veranlagung zu tun, oder es hängt mit meinem Laufstil zusammen – jedenfalls sind die beiden Gastrocnemii meine beiden einzigen Muskeln, die einigermaßen definiert erscheinen, sich also unter der Haut recht deutlich abzeichnen. Ich habe zwar kein Sixpack, dafür aber zwei Twopacks!
Wenn ein Mann zwei Vorzeigemuskeln hat, dann ist er natürlich nicht nur stolz darauf, sondern präsentiert sie auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und mit steigenden Temperaturen und kürzer werdenden Beinkleidern bieten sich mehr und mehr Chancen, ein wenig – sagen wir es wie es ist – anzugeben. Was dem Pfau sein Rad und dem Löwen seine Mähne, sind dem Läufer seine Gastrocnemii!
Nun ist dieser Wadenmuskel zweiköpfig. Und wenn er sehr stark ausgebildet ist, braucht man nicht wahnsinnig viel Fantasie, um im inneren und seitlichen Muskelkopf die beiden Backen eines menschlichen Gesäßes zu erkennen. Und so schreit die Partnerin jedes mal entsetzt auf, wenn der Läufer die Wadenmuskulatur spielen lässt: “Nicht die Arschwade machen!”
Das verletzt. Da prügelt man Tausende von Kilometern in den Asphalt, freut sich, dass das endlich auch mal sichtbare Früchte trägt, und dann gefällt es nicht.
Und was nun? Wie man ein Sixpack binnen kurzer Zeit in ein Onepack verwandelt, weiß ich. Aber wie werde ich die Arschwade wieder los?
Bildnachweis: Das Bild basiert auf dem Bild Gastrocnemius.png aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist sv:Användare:Chrizz.





