Als unverbesserlicher Geburtstags- und Hochzeitstagsvergesser habe ich selbstverständlich auch mein gestriges Blogjubiläum geflissentlich ignoriert. Den Begriff “Geburtstag” vermeide ich in Zusammenhang bewusst – denn der Tag, an dem ein Blog sich selbst mit Inhalten zu befüllen oder gar Fortpflanzungsstrategien zu entwickeln beginnt, wird der Tag sein, an dem ich den Kampf gegen die Maschinen aufnehme! Gestern vor einem Jahr also habe ich meinen ersten Eintrag für dieses Blog verfasst. Dass die Rückschau nicht zu meinen Stärken zählt, habe ich bereits in epischer Breite dargelegt – aber ich hatte einfach Lust dazu, eben diesen ersten Artikel noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als leidgeprüftes Kommunikationsseminaropfer stellte ich seinerzeit eingangs drei – selbstverständlich rhetorische – Fragen, die ich heute noch einmal aufgreifen möchte. (weiterlesen…)
Artikel-Schlagworte: „Spaß“
Eins
Dienstag, 26. Januar 2010Männer fragen nicht nach dem Weg!
Samstag, 18. Juli 2009
Seit wann bin ich eigentlich wetterfühlig? War das ein Begrüßungsgeschenk der Altersklasse M40? Sollte ich nach der – selbst für meinen Geschmack – unerträglichen Schwüle der letzten Tage die Temperaturen im gerade einmal zweistelligen Bereich und den die Luft reinigenden Regen nicht genießen? Sicher, Regen kommt in meinem Wunschwetter nicht vor, aber ist es nicht schön, vor die Tür gehen zu können, ohne den Eindruck zu haben, ein nasses Handtuch in Gesicht geschlagen zu bekommen? Diese wolkenverhangenen Tage, an denen es gar nicht so recht hell werden will, sind einfach nicht meine Freunde. Ohne Sonne fehlt mir etwas. Dauerregen mindert meine Lust aufs Laufen erheblich. Und habe ich da nicht ein leichtes Kratzen im Hals? Außerdem hatte ich beim gemütlichen Lauf gestern schon dicke Beine, wie soll das dann erst heute beim langen Lauf werden? Fragen, Bedenken, Ausreden. Weinerliches Gejammer. Bei so einem Wetter zeigt sich, wer Fett auf der Kette hat, wer Maschine ist und nicht Ersatzteil, wer Bäcker ist und nicht Brötchen. Während die Lifestyle-Ladies beider Geschlechter also im Hochsommer die Heizung aufdrehen und im Fleecepullover ihre Alukrücken polieren, geht der Läufer im kurzen Sommergewand vor die Tür. (weiterlesen…)
Textile Abrüstung
Dienstag, 26. Mai 2009Sonnenschein hebt nicht nur ganz allgemein meine Stimmung, sondern steigert auch meine Lust aufs Laufen erheblich. Anders als vielen anderen Läufern macht mir Hitze eher wenig aus. Speziell beim Tempotraining gilt für mich: je heißer, desto besser. Das erhöht den Quäl-Dich-Faktor und damit den Spaß. Aber natürlich ist irgendwann die Schmerzgrenze erreicht. Drei untrügliche Signale deuten darauf hin, dass es selbst mir einen Hauch zu warm ist. (weiterlesen…)
Lauftipps für Anfänger (6): Der Weg ist das Ziel
Sonntag, 17. Mai 2009
Während ich mit der Deutschen Bahn unterwegs zu einer Geburtstagsfeier bin, stelle ich wieder einmal fest, dass ich nicht gerne reise. Nein, das stimmt so eigentlich nicht: Im Sinn von “mich an einem anderen Ort als meinem Wohnort aufhalten” reise ich sogar sehr gerne. Sei es, um Familie oder Freunde zu besuchen, fremde Orte zu erkunden oder einfach nur um mich zu erholen. Aber dem Reisen im Sinn von “Ortsveränderung, um von einem Ort an den anderen zu kommen” kann ich wenig abgewinnen – es sei denn, die Strecke ist besonders reizvoll oder das Fortbewegungsmittel irgendwie außergewöhnlich, was offen gesprochen ziemlich selten der Fall ist. Ich komme einfach lieber an, als zu gehen. Überhaupt kann ich in weiten Teilen meines Lebens einer der großen Weisheiten des Konfuzius recht wenig abgewinnen. Der Weg ist der Weg, und das Ziel ist das Ziel. Ganz der Homo faber also. Und vollkommen alleine bin ich mit dieser Haltung wahrscheinlich nicht. (weiterlesen…)
Lauf doch!
Freitag, 10. April 2009Es gibt nichts Gutes außer man tut es!
Liebe Leserin,
lieber Leser,
wenn Du das hier liest, machst Du wahrscheinlich etwas falsch! Es ist ein Feiertag – vermutlich musst Du also heute nicht arbeiten; und falls doch, solltest Du doch nicht im Internet surfen, oder? Das Wetter ist Deutschlandweit herrlich – ideales Laufwetter, nicht wahr? Wenn Du also nicht gerade verletzt bist, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Laufschuhe zu schnüren und einfach loszutraben. Los, tu’ es einfach!
Laufen ist nicht so Dein Ding? Wie wäre es dann mit Fahrradfahren, Schwimmen oder einfach zügigem Spazierengehen (auf Neudeutsch auch Walking genannt)? Es gibt wenig gute Ausreden dafür, bei diesem Wetter keinen Sport zu treiben. Also, raus mit Dir! (weiterlesen…)
Langer Dauerlauf (2): Auf dem Weg zum Runner’s High
Montag, 23. Februar 2009In den letzten Wochen hätten die geneigte Leserin und der geneigte Leser den Eindruck gewinnen können, dass der ewige Anfänger nur dann glücklich ist, wenn er etwas zu meckern hat. Obwohl dieser Eindruck vermutlich nicht jeder Grundlage entbehrt, kann ich natürlich auch dann zufrieden und glücklich sein, wenn es einmal nichts zu nörgeln gibt – allerdings waren ja nun in den letzten Wochen insbesondere die Wetterbedingungen auch eher bescheiden. Aber ab und an bin ich sogar richtig euphorisch, und das kann dann zum Beispiel so aussehen wie am letzten Samstag:
Mit breitem Lächeln – man könnte es schon fast ein Grinsen nennen – liegt der Läufer auf dem Sofa. Die Partnerin, ohnehin leicht angesäuert, weil er am Wochenende zwei Stunden potenzieller gemeinsamer Zeit mit Laufen – wie sie findet – verschwenden musste, fühlt sich provoziert: “Was lächelst Du denn so grenzdebil?” Eine nicht ganz unberechtigte Frage, denn das, womit sich der Läufer vom Fernseher berieseln lässt, sollte ihm eher die Tränen in die Augen treiben. Er weiß natürlich, dass sie die Antwort eigentlich gar nicht hören möchte, und sie weiß, dass er das weiß. Also murmelt er etwas in der Art von, “Ich hatte halt einen super Lauf heute”… (weiterlesen…)
Stolz wie Bolle!
Dienstag, 17. Februar 2009Es gibt Tage – oder besser Abende – da liegt der Läufer mit einem Lächeln, das ganz tief von innen kommt, auf der Couch. Und später wird er mit dem gleichen zufriedenen Lächeln einschlafen. Die unbedarfte, außenstehende Beobachterin fragt – nicht ganz zu Unrecht: Warum? Heute ist ein Wochentag, also stand vermutlich kein Wettkampf an, folglich kann keine neue persönliche Bestzeit das Strahlen in die Augen des Athleten zaubern. Und bei dem Wetter – mehrere Zentimeter Neuschnee, Wind aus allen Richtungen, glatte Straßen – kann das Training doch unmöglich Spaß gemacht haben und schon gar kein außergewöhnlicher Erfolg gewesen sein.
So weit, so richtig. In der Tat war das Training, gemessen an Kilometerleistung oder Tempo, nicht eben ein Erfolg. Und Spaß gemacht hat es eigentlich auch erst ab etwa der Hälfte. Aber es hat Spaß gemacht. Und noch wichtiger: Es hat stattgefunden. An einem Tag, an dem man nicht einmal den sprichwörtlichen Hund vor die Tür jagen würde, hat der Läufer seinen inneren Schweinehund nieder gerungen und trotz nicht vorhandener Motivation die Laufschuhe geschnürt. Läufer Eins, Schweinehund Null!
Manchmal sind es eben die kleinen Siege, die uns Läufer richtig glücklich machen!
Lauftipps für Anfänger (2): Nur nicht verrrückt machen lassen!
Montag, 2. Februar 2009Viele Läufer scheinen einen gewissen Hang zur Mathematik zu haben, denn sie spielen gerne mit Zahlen. Die einschlägige Literatur gibt bereits dem Einsteiger eine Trainingsdauer vor, hilft ihm beim Ermitteln der maximalen Herzfrequenz und schlägt ihm darauf basierend einen optimalen Trainingspuls vor. Später kommen Streckenlängen und Tempovorgaben – in min/km oder km/h – hinzu, und es wird in verschiedenen Intensitäten, also Herzfrequenzbereichen, trainiert.
Erschwerend kommt hinzu, dass Läufer untereinander das pflegen, was für Waidmänner das Jägerlatein oder für Matrosen das Seemannsgarn ist: zum einen bewegen sie sich also in einer eigenen Begriffswelt, zum anderen hält man es mit der Wahrheit nicht immer so genau. Was nicht weiter schlimm ist, denn spätestens die Zeitnahme beim nächsten Volkslauf führt allen die Wahrheit vor Augen.
Und dann haben die meisten Läufer – und hier meiner Beobachtung nach sogar sehr viel mehr Männer als Frauen – einen ausgesprochenen Schuh- und Klamottentick. Gut, jeder mehr oder minder ambitionierte Läufer wird früher oder später mehr als ein paar Laufschuhe besitzen. Aber die Summe, die Jahr für Jahr in neue Funktionsfaser investiert wird, um mindestens genauso schnell auszusehen, wie man ist, könnte wahrscheinlich einige Banken vor der Pleite bewahren. (weiterlesen…)
Laufen entmystifiziert (1): Es macht eben doch nicht immer Spaß…
Samstag, 31. Januar 2009Die unzähligen Bücher zum Thema Laufen, insbesondere diejenigen, die sich an Einsteiger richten, und die einschlägigen Magazine wollen uns weismachen, dass Laufen immer – zu jeder Tages- und Jahreszeit, bei jedem Wetter und bei jeder Stimmung – Spaß macht. Sobald man den inneren Schweinehund besiegt hat und ein paar Schritte getrabt ist, hellt sich die Stimmung auf, alles läuft wie von selbst, äußere Einflüsse werden nicht mehr wahrgenommen. Mag sein, sagt der ewige Anfänger – aber eben nicht immer.
Es gibt auch Tage wie heute: Nach einer anstrengenden Arbeitswoche fühlt sich die Couch gemütlicher als sonst an. Der innere Schweinehund – durch das Frühstück wohlgenährt – ist heute besonders vorlaut. Der Kampf gegen ihn ist hart, aber der immer gleiche simple Trick besiegt ihn dann doch: Der Gang zur Waage. Und wenn man erst einmal in den Laufklamotten steckt, kommt der Elan schon zurück. Meistens. Heute nicht. (weiterlesen…)




