Besitzern eines Herzfrequenzmessers von Polar mit WearLink-Brustgurt wird das folgende Problem möglicherweise bekannt vorkommen: Während der ersten Minuten des Laufs zeigt die Pulsuhr völlig sinnlose Werte an – das Display erinnert eher an die Ziehung irgendwelcher Lottozahlen als an die Herzfrequenz eines halbwegs im Saft stehenden Athleten. Munter springt die Digitalanzeige zwischen der erschütternden 00 und der nicht minder Besorgnis erregenden 226 hin und her, nicht ohne zwischendurch auch mal andere, mitunter sogar halbwegs plausible Zahlen anzuzeigen. Die Elektroden des Brustgurts sind mit Sicherheit feucht genug, denn bei hochsommerlichen Temperaturen haben bereits die erste Schritte für ordentliche Transpiration gesorgt. Jedwedes Herumnesteln bleibt völlig erfolglos – erst nach einigen Minuten werden konstant glaubhafte Werte angezeigt. Mit wenigen Worten: Die Pulsuhr spinnt. (weiterlesen…)
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Hilfe, meine Pulsuhr spinnt!
Dienstag, 18. August 2009Laufen entmystifiziert (3): Geständnisse eines Lauf-Messies
Sonntag, 19. Juli 2009
Laufen – der unkomplizierteste Sport der Welt?
Laufen sei ein überaus preiswerter Sport, wird oft behauptet. Außer einem Paar Schuhe brauche man ja nichts weiter dazu. Und im Gegensatz zu anderen Sportarten liege keine sperrige Ausrüstung in der Wohnung herum, für das eine Paar Schuhe sei schließlich in der kleinsten Hütte Platz. Ja, klar, und der Papst ist Protestant. Erfahrene Läufer wissen längst: Wer diesem Hobby länger als ein oder zwei Jahre frönt, läuft Gefahr, sich in die Nähe des finanziellen Ruins zu manövrieren. Und wegen der ins Raumfüllende ausufernden Aufbewahrung von nicht immer geruchsarmen Laufutensilien drohen die übrigen Haushaltsmitglieder schon offen mit Meuterei. Unter dem Strich unterscheidet uns Läufer also eigentlich wenig von zum Beispiel Modelleisenbahnfreunden. (weiterlesen…)
Kreuzweise
Dienstag, 9. Juni 2009
Die wohl allseits bekannte Stiftung Warentest hat sich in der aktuellen Ausgabe 6/2009 ihrer Zeitschrift “test” unter anderem 19 Laufschuhmodelle näher angesehen. Wie immer wenn die Stiftung testet, muss man sich die Bewertungskriterien und deren Gewichtung ganz genau ansehen, um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können. Und obwohl die Berliner Warentester nicht eben zur ersten Riege der Laufexperten zu zählen sind, überraschen die Testergebnisse dann am Ende doch nicht wirklich. Generell, und das kann man nicht oft genug wiederholen, sind Laufschuhtests aber mit größter Vorsicht zu genießen – entscheidend ist, wie gut der Schuh zum Läufer passt! Wenig Neues bietet der mit “Laufen ohne Leiden” überschriebene Artikel also – aber ein kleiner gelber Kasten auf Seite 69 hat den Wissenschaftler in mir neugierig gemacht. (weiterlesen…)
Lauftipps für Anfänger (6): Der Weg ist das Ziel
Sonntag, 17. Mai 2009
Während ich mit der Deutschen Bahn unterwegs zu einer Geburtstagsfeier bin, stelle ich wieder einmal fest, dass ich nicht gerne reise. Nein, das stimmt so eigentlich nicht: Im Sinn von “mich an einem anderen Ort als meinem Wohnort aufhalten” reise ich sogar sehr gerne. Sei es, um Familie oder Freunde zu besuchen, fremde Orte zu erkunden oder einfach nur um mich zu erholen. Aber dem Reisen im Sinn von “Ortsveränderung, um von einem Ort an den anderen zu kommen” kann ich wenig abgewinnen – es sei denn, die Strecke ist besonders reizvoll oder das Fortbewegungsmittel irgendwie außergewöhnlich, was offen gesprochen ziemlich selten der Fall ist. Ich komme einfach lieber an, als zu gehen. Überhaupt kann ich in weiten Teilen meines Lebens einer der großen Weisheiten des Konfuzius recht wenig abgewinnen. Der Weg ist der Weg, und das Ziel ist das Ziel. Ganz der Homo faber also. Und vollkommen alleine bin ich mit dieser Haltung wahrscheinlich nicht. (weiterlesen…)
Der Läufer-Knigge (1): Olfaktorische Belästigungen vermeiden
Montag, 13. April 2009
Die Teilnahme an einem Wettkampf fordert alle fünf Sinne des Läufers – und das bereits im Startblock! Tausende von Menschen, die sich in kräftig – um nicht zu sagen: grell – gefärbte Funktionsfaser hüllen, sind schlicht nicht zu übersehen und strapazieren die visuelle Wahrnehmung. Moderatoren, die sich für originell halten, es aber nur selten sind, malträtieren die Gehörgänge. Schafft man es meist noch, dem ebenso aufgeregten wie sinnbefreiten Geplapper nicht zuzuhören, dröhnt spätestens die Startmusik – origineller weise fast immer “Highway To Hell” von AC/DC – dem arglosen Läufer die letzten Schmalzreste vom Trommelfell. Gefühlte 60.000 Dezibel stellen die auditive Wahrnehmung auf eine harte Probe. Je näher die Startzeit rückt, desto enger wird es natürlich im Startblock. Alles schiebt in Richtung Startlinie – als ob bei den bevorstehenden 42.195 Metern die 30 Zentimeter, die man durch Gedrängel und Geschiebe gewinnt, irgendeine Bedeutung hätten. Unfreiwillig hat der Läufer mehr Haut- und Körperkontakt, als ihm lieb ist, die haptische Wahrnehmung gerät an ihre Grenzen. Nun könnte man an diesen drei erstgenannten Sinneswahrnehmungen durchaus noch Freude empfinden, wenn man denn wollte. Das sieht bei der gustatorischen Wahrnehmung, dem Schmecken, anders aus. Allerdings ist am komischen Geschmack auf der Zunge und dem verklebten Gaumenbereich nur der Läufer selbst schuld – denn wer sich kurz vor dem Rennen Kohlehydrate und Mineralstoffe aus dubiosen Aluminiumtuben oder in Spülmaschinentab-Form reinziehen muss, braucht sich über das geschmackliche Inferno nicht zu wundern… (weiterlesen…)
Lauftipps für Anfänger (4): Das Lauftagebuch
Freitag, 27. Februar 2009
Zugegeben – ich bin ein Zahlen- und Statistikfreak. Aber mir ist sehr wohl bewusst, dass Zahlen und Statistiken nicht jedermanns Sache sind. Trotzdem halte ich den folgenden Tipp für einen der wichtigsten, den man Laufanfängern (oder auch Fortgeschrittenen, sofern sie ihn noch nicht beherzigen) mit auf den Weg geben kann:
Führe ein Lauftagebuch – oder Trainingstagebuch, wie man es nennt, ist völlig egal – und zwar vom ersten Lauf an. Keine Sorge, die Einträge sollen nicht mit “Liebes Tagebuch …” beginnen und müssen auch nicht in Prosa verfasst werden – meistens handelt es sich ohnehin eher um eine recht übersichliche Tabelle, und das Ausfüllen nach einem Lauf wird kaum mehr als ein paar Minuten beanspruchen.
Warum?
Wahrscheinlich gibt es so viele mehr oder minder gute Gründe für das Führen eines Lauftagebuchs, wie es Läufer gibt. Für mich selbst ist der wichtigste Grund zum Beispiel: Es motiviert mich, wenn ich meine eigenen Fortschritte schwarz auf weiß sehen kann. Und es spornt mich an, wenn ich längere Zeit keine Fortschritte erkennen kann. So kann ich auch überprüfen, ob mein jeweiliger Trainingsplan wirksam ist oder ob ich ihn anpassen muss. Wenn es mir bei einem Lauf einmal nicht so gut ging, weil es zum Beispiel sehr heiß war, kann ich nachschauen, wie es mir beim letzten mal unter ähnlichen Bedingungen ergangen ist. Und der Nostalgiker in mir freut sich, wenn er ein wenig in der mittlerweile doch recht langen Liste schmökern kann, um nachzulesen, wo, wie weit und wie schnell er vor zum Beispiel einem Jahr gelaufen ist. Zu guter letzt verfolge ich anhand des Lauftagebuchs auch noch, welches Paar Laufschuhe wieviele Kilometer unter sich hat. Dann erledigt das Tabellenkalkulationsprogramm meiner Wahl noch ein paar nette kleine Rechnereien für mich, auf die ich vorerst mal nicht weiter eingehen werde, um nicht vollends als Nerd abgestempelt zu werden… (weiterlesen…)
Tipps & Tricks (1): Zyklisch trainieren
Dienstag, 10. Februar 2009Bereits vor ein paar Tagen veröffentlichte RUNNERSWORLD.de einen Artikel unter dem Titel “Überlastung vermeiden: 7 wichtige Regeln”. Über weite Teile findet man dort eigentlich wenig Neues, interessant finde ich aber den letzten Abschnitt, “Unser Tipp: Trainieren Sie zyklisch”.
Kurz zusammengefasst wird dort empfohlen, alle drei bis sechs Wochen einen “Erholungsblock” einzulegen, in dem konsequent über eine Woche die Trainingsbelastung um mindestens 50 % reduziert wird. Viele Trainingspläne enthalten bereits Erholungswochen – allerdings wird selten der Trainingsumfang um die Hälfte oder mehr verringert. Interessant finde ich auch, dass sich abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt – ab und an muss sich der Körper eben einfach erholen – auch messbare Erfolge, sprich: Leistungssteigerungen – einzustellen scheinen.
Bestzeit durch Trainingspause – das nenne ich mal eine gute Nachricht…
Lauftipps für Anfänger (3): Augen auf beim Laufschuhkauf!
Montag, 9. Februar 2009
Augen auf beim Laufschuhkauf!
Bei vielen Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenständen für Läufer lässt sich darüber streiten, ob sie notwendig sind; und falls ja, wieviel Wert auf Qualität – und damit wie wenig Wert auf den Preis – man legen sollte. Zum Beispiel gibt es ja durchaus Läuferinnen und Läufer, die sich bei Wind und Wetter im alten Baumwoll-T-Shirt (beliebte Motive: Abi ’73 oder Metallica) wohl fühlen. Die meisten von uns greifen allerdings lieber zur Funktionsfaser. Und während es für die Einen immer der neueste Schrei vom Markenhersteller sein muss, kommen Viele auch mit der billigen Ware vom Kaffeeröster oder Lebensmitteldiscounter ganz gut zurecht. Die größten Übel, die durch die Wahl des falschen Leibchens hervorgerufen werden können, sind unnötig starke Transpiration oder wund gescheuerte Brustwarzen – unschön und mitunter recht schmerzhaft, aber in aller Regel ohne Folgeschäden. (weiterlesen…)
Lauftipps für Anfänger (2): Nur nicht verrrückt machen lassen!
Montag, 2. Februar 2009Viele Läufer scheinen einen gewissen Hang zur Mathematik zu haben, denn sie spielen gerne mit Zahlen. Die einschlägige Literatur gibt bereits dem Einsteiger eine Trainingsdauer vor, hilft ihm beim Ermitteln der maximalen Herzfrequenz und schlägt ihm darauf basierend einen optimalen Trainingspuls vor. Später kommen Streckenlängen und Tempovorgaben – in min/km oder km/h – hinzu, und es wird in verschiedenen Intensitäten, also Herzfrequenzbereichen, trainiert.
Erschwerend kommt hinzu, dass Läufer untereinander das pflegen, was für Waidmänner das Jägerlatein oder für Matrosen das Seemannsgarn ist: zum einen bewegen sie sich also in einer eigenen Begriffswelt, zum anderen hält man es mit der Wahrheit nicht immer so genau. Was nicht weiter schlimm ist, denn spätestens die Zeitnahme beim nächsten Volkslauf führt allen die Wahrheit vor Augen.
Und dann haben die meisten Läufer – und hier meiner Beobachtung nach sogar sehr viel mehr Männer als Frauen – einen ausgesprochenen Schuh- und Klamottentick. Gut, jeder mehr oder minder ambitionierte Läufer wird früher oder später mehr als ein paar Laufschuhe besitzen. Aber die Summe, die Jahr für Jahr in neue Funktionsfaser investiert wird, um mindestens genauso schnell auszusehen, wie man ist, könnte wahrscheinlich einige Banken vor der Pleite bewahren. (weiterlesen…)
Lauftipps für Anfänger (1): Mit dem Tempo spielen
Mittwoch, 28. Januar 2009Die meisten Trainingspläne für Laufanfänger ähneln einander sehr stark, weil sich das Prinzip bewährt hat: Laufen und Gehen im Wechsel, von Einheit zu Einheit oder von Woche zu Woche werden die Laufabschnitte länger und die Gehpausen seltener. Nach ein paar Wochen kann unser Anfänger dann zum Beispiel 30 Minuten am Stück laufen. Er oder Sie ist – zu Recht – stolz, und geht voller Elan das nächste Ziel an – nämlich länger laufen.
Aus meiner eigenen Erfahrung – als ewiger Anfänger und als jemand, der ab und an mit Einsteigern läuft – folgt jetzt eine Phase, in der die Euphorie einer gewissen Langeweile, eventuell sogar einer leichten Frustration weicht: Es geht nicht recht voran. Die Läufe werden zwar etwas länger, aber dadurch nicht interessanter. Richtig schneller wird man auch nicht. Unser Einsteiger droht die Lust am Laufen zu verlieren… (weiterlesen…)



