Artikel-Schlagworte: „Training“

Wintertraining

Freitag, 11. Dezember 2009

Das Michelin MännchenDraußen ist es kalt, es regnet, und ich habe auch die eine oder andere Schneeflocke gesehen. Nicht mein Laufwetter! Ich habe keine Lust, mich dick einzupacken und auszusehen wie der Marshmallow-Man oder das Michelin-Männchen, nur um trotzdem triefend nass zu werden und kalte Füße zu bekommen. Vielleicht habe ich bisher einfach nur noch nicht die optimale Laufjacke gefunden – obwohl ich bereits etliche Euro in allerfeinste High-Tech-Fasern investiert habe. Die versprechen aber sehr viel mehr, als sie halten. Die unteren Abschnitte meiner oberen Extremitäten neigen nämlich zu verstärkter Transpiration. Ich schwitze also an den Unterarmen wie die Sau. Im Sommer – mit kurzen oder gar keinen Ärmeln – ist das überhaupt kein Problem: Da spritzt die Plörre bei jeder Armbewegung einfach weg und malt Rohrschachttests auf den Asphalt. Im Winter aber – unter Fleece oder Windstopper und wie sie alle heißen mögen – sammelt sich die Suppe in den Ärmeln der Jacke. So lange man die Unterarme annähernd waagerecht hält, wie das ja beim Laufen meist der Fall ist, merkt man das eigentlich nicht. Aber wehe, man fummelt nach dem Lauf in der Gesäßtasche herum, um den Haustürschlüssel zu finden: Dann schießt die Suppe mit einem Schwall in die Tights und bahnt sich ihren Weg durch die Crena ani. Während man die andere Hand locker an der Seite baumeln lässt, tropft dort der Schweiß vom Ärmelbündchen direkt in den Laufschuh. (weiterlesen…)

Mit der Brechstange (1)

Montag, 28. September 2009

Montag, halb zehn in Deutschland

Sankt-Valentin-HofInnerhalb von gut 60 Stunden bin ich um mindestens 30 Jahre gealtert. Als ich am Freitag Abend das Büro verließ, war ich noch so um die 40 und stand mitten im Leben. Als ich heute Morgen in der Drehtür stecken blieb, weil mir nach einer Achteldrehung die Kraft ausging, muss ich zwischen Mitte 70 und scheintot gewesen sein, nur mehr ein sabbernder Lappen, ein Schatten meiner selbst. Vermutlich wollte mich der kleine, immer etwas schwindsüchtig aussehende Auszubildende gar nicht demütigen, als er mir anbot, mich zu stützen. Nur zu gerne hätte ich das Angebot angenommen, aber ein letzter, kleiner Funken Stolz verbot es mir. In einem der Büros kicherten wie jeden Morgen die Azubinen und Praktikantinnen herum. Üblicherweise täuschen die Damen Arbeit vor, sobald jemand den Raum passiert. Heute wurde das Kichern zum Gelächter, und in meinem Rücken fielen mehrfach die Worte “Grandpa Simpson” und “Mr. Burns”. Eigentlich wollte ich mich abrupt umdrehen und den Mädels meinen Respekt einflößenden Blick zuwerfen, knickte dabei aber in der Hüfte ein und musste mich an der Wand abstützen, während mir ein dünner Speichelfaden aus dem Mundwinkel lief. (weiterlesen…)

Ich will alles. Und ich will es jetzt.

Sonntag, 30. August 2009

I’m a man with a one track mind
so much to do in one life time
not a man for compromise
and wheres and whys and living lies
(Queen)

Im Großen und Ganzen bin ich recht froh darüber, mir zumindest ein kleines Stück meines kindlichen Gemüts bewahrt zu haben. Und ich habe vor, dieses Kind im Mann weiterhin zu hegen und zu pflegen – auch wenn das Rotzblag mitunter ganz schön anstrengend sein kann. “Ich will aber!” – das ist sein Lieblingssatz. “Paradoxon” dagegen kommt in seinem Wortschatz überhaupt nicht vor. Widersprüche aufzulösen überlässt es nur zu gerne meinem erwachsenen Ich. Und das stand gestern vor einer klassischen Wettkampf-oder-Training-Kontradiktion (WoT-K), einem Dilemma, das dem einen oder anderen Leser bekannt vorkommen könnte. (weiterlesen…)

Das Salz in der Suppe

Sonntag, 26. Juli 2009

KochbücherIn mancher Hinsicht ähnelt das Laufen dem Kochen: Um ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen, braucht man etwas Zeit, reichlich Geduld, gute Zutaten und viel Liebe zum Detail. So wie man Tag für Tag und Woche für Woche das gleiche, erprobte Gericht kochen könnte, kann man natürlich auch Tag für Tag und Woche für Woche eine bekannte Strecke im gewohnten Tempo laufen. Und so wie das immer gleiche Gericht einigermaßen wohlschmeckend und sättigend sein wird, wird auch der immer gleiche Lauf leidlich Spaß machen und für einen ausreichenden Trainingseffekt sorgen. Bewährtes muss zwar nicht schlecht sein, bietet aber Spielraum für Verbesserungen: Etwas Abwechslung und Experimentierfreude können den Gaumen erfreuen und den Körper besser mit dem Notwendigen versorgen. Und im Laufalltag versprechen Variation und Ablegen von Gewohnheiten mehr Spaß und effektiveres Training. (weiterlesen…)

Mein Hausarzt Dr. Quelle

Dienstag, 14. Juli 2009

KokainEs steht auf keiner Dopingliste – noch, muss man sagen. Kein Journalist wagt es, offen darüber zu reden oder zu schreiben. In Fachkreisen weiß man aber längst, dass es in ausnahmslos jeder Sportart mittlerweile gang und gäbe ist. Und als wäre es nicht schlimm genug, dass Berufssportler ihre Leistungsfähigkeit mit unlauteren Mitteln steigern wollen, nein, auch so gut wie jeder Amateur- und Freizeitsportler ergreift mittlerweile ähnliche Maßnahmen. Und wenn Jens Voigt, sowohl Inbegriff des arbeitssamen Deutschen als auch des sauberen und deshalb bestenfalls mäßig erfolgreichen Athleten, vor laufenden Fernsehkameras sagt, “Ich hätte in den letzten drei Monaten mehr trainieren können”, dann ist der Aufschrei der enttäuschten Sportanhänger, die noch an das Gute im Menschen geglaubt haben, quer durch die Republik zu hören: Jens Voigt trainiert! Von dem hätten wir das aber nicht gedacht. (weiterlesen…)

Der ewige Anfänger bei den Hessen

Sonntag, 5. Juli 2009

Wir befinden uns im Jahre 2009 n. Chr. Ganz Deutschland stöhnt unter der Tropenhitze. Ganz Deutschland? Nein! Ein unbeugsamer Läufer hört nicht auf, der Hitze Widerstand zu leisten. Er genießt seinen Lauf unter sengender Sonne in Mogontiacum sogar sehr. Im nahen Aquae Mattiacorum sind die eingeborenen Barbaren allerdings gar nicht nett zu ihm. Dabei ist er der Landessprache durchaus mächtig. So kennt er zum Beispiel die Bedeutung des Worts “hibbelisch”… (weiterlesen…)

Tempobolzen im Dauerregen

Samstag, 6. Juni 2009

Der innere Schweinehund schlägt zurück

pfuetze_im_regenEinen Tempodauerlauf fordert der Trainingsplan. Das Wetter macht mehr Lust auf einen heißen Tee. Zehn Kilometer, und zwar zackig, irgendwo in der Nähe des Halbmarathon-Renntempos, sagt der Trainer. Der pünktlich zum Trainingsbeginn einsetzende Dauerregen spricht eher für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa. Der Läufer schimpft über den Wetterbericht, in dem von sintflutartigen Regenfällen keine Rede war. Und zum ersten mal seit langer, langer Zeit hat der innere Schweinehund wieder Oberwasser und lacht sich ins Fäustchen. Aber wie sagt Achim Achilles so schön: “Lerne Laufen ohne Leiden”. Vielleicht kann ja auch ich den Regen lieben lernen, wie zum Beispiel der DocRunner oder Marcus, der Täglichläufer. Keinen Hund würde man bei diesem Wetter vor die Tür jagen – aber dem Schweinehund, dem alten Drecksack, dem werde ich es zeigen. Mal sehen, ob er noch lacht, wenn ihm das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht… (weiterlesen…)

die trägheit

Samstag, 21. März 2009

ich hab ganz konsequent
den ganzen Tag verpennt
jetzt brauch ich sehr viel Ruhe
für Dinge die
ich heut nicht tue

Eine kleine, begabte “Chansonnière” hat vor ein paar Jahren, vermutlich ohne sich dessen bewusst zu sein, ein Lied für uns Läufer gesungen. Vielleicht läuft Annett Louisan ja auch, wer weiß. Jedenfalls beschreibt “die trägheit” ziemlich exakt den Ruhetag eines Läufers.

Wenn es sich der Läufer oder die Läuferin nämlich am einzigen arbeits- und trainingsfreien Tag in der Woche auf dem Sofa bequem macht, wenn er oder sie sich weigert, zu bügeln, einzukaufen, zu kochen, den Müll herunter zu bringen, zu putzen, zu waschen oder was auch immer zu tun, dann hat das nichts mit Faulheit zu tun. Erholungsphasen sind nämlich genau so wichtig wie das Training selbst – praktisch also Bestandteil des Trainings. Und ihr Training nehmen Läuferinnen und Läufer eben ernst…

ich fang ganz spontan
überhaupt nichts an
das zieh ich eisern durch
konzentriert und ruhig
bis ich drüber einschlaf

Die Experten scheinen sich im Wesentlichen einig darüber zu sein, was man am Ruhetag machen darf und soll: nichts! Aber, liebe Couch Potatoes, schlechte Nachrichten für Euch: Ausschließlich durch Erholung wird sich Euer Trainingszustand wahrscheinlich nicht verbessern… (weiterlesen…)


Blogverzeichnis   Bloggeramt.de   Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de   Bloggernetz - der deutschsprachige Pingdienst   Add to Technorati Favorites   Blog Top Liste - by TopBlogs.de   Trigami

© 2009-2010 Semper Tiro